Sonntag, 30. August 2009

Die letzten Wochen im Land der Mitte


Mittlerweile sind zwei Monate vergangen, in denen ich nicht von meiner Asientour berichtet habe. 
Mein Praktikum in Hangzhou habe ich am 24.07.09 beendet, und meine Kollegen wirkten doch traurig, dass sie mich nun nicht mehr täglich sehen. Besonders werde ich meinen Nachbar Pan Dong vermissen, der mir bei jeglichen Problemen, sei es Flüge buchen oder alltägliche Sachen, wie Friseurbesuche, half. Aber wahrscheinlich gibt es mit ihm ein Wiedersehen in Hong Kong.

Die letzten Wochen in Hangzhou habe ich wirklich genossen. Den Westlake, meine Wohnung und die chinesischen Eigenarten habe ich bereits am Flughafen vermisst. 
Doch bevor ich mich auf den Weg zur nächsten Etappe nach Hong Kong für mein Auslandssemester gemacht habe, besuchte mich zunächst mein Kumpel Jan (ein waschechter "Saarlänner") in China. Ihm konnte ich Hangzhou, das Paradies auf Erden (Zitat: Marco Polo), mehr als schmackhaft machen. Mit einem Abschiedsessen mit allen anderen Praktikanten im überragenden Teppanyaki, einem letzten Besuch des Westlakes mit seinen Wasserspielen, den traumhaften Teebergen, den nach meiner Meinung schönsten Tempel Chinas und einem letzten Aufenthalt im Massagetempel Lovestory, war der Abschied traurig aber die Sehnsucht nach neuen Abenteuern machte ihn nicht ganz so schlimm.
Die kommenden Eindrücke in Beijing ließen den Abschied von der Wen er xi lu (Straße, wo ich lebte) erträglich werden. In Beijing erwartete Jan und mich der krasseste Smog, den ich bis dahin erlebt hatte. In der Zeit, die wir dort verbrachten, konnte man teilweise gerade 200m weit sehen. Auch wenn die Luft sehr schlecht war, umso besser war unser Hostel, welches mit gläsernen Badezimmertüren doch etwas eigenartig war. Doch die schlechte Luft schränkte uns nicht ein, und so genossen wir die typischen Sehenswürdigkeiten Beijings. Wir zwei Saarlänner tourten also durch die Verbotene Stadt, den Jing shan und andere Parkstempel, den Himmels und den Sommerpalast. Außerdem marschierten wir, wie es für zwei Deutsche gehört, über den Platz des himmlischen Friedens und bewunderten das Mausoleum des friedlichen Mao. Während unserer Märsche versorgte mich Jan ständig mit neuen saarländischen Vokabeln, die ich aufgrund meines Exils dringend aufholen musste. 
Doch neben den traditionellen Sehenswürdigkeiten bewunderten wir auch das riesige Olympiagelände mit seinem "Vogelnest", das wohl imposanteste Stadion, in dem ich bisher gewesen bin und das Finanzviertel Beijings, in dem wir auch die bekannte Pekingente aßen. 
Der beste Ausflug während unserer Zeit in Beijing war allerdings der Trip zur chinesischen Mauer mit Max und Alex. Hier sind wir nicht zum typischen restaurierten Touriteil des enormen Bauwerks gefahren, sondern ca. zwei Stunden in den Ort Simatai mit einem gemieteten Fahrer gerast. Von dort ging es bei strahlenden Sonnenschein und königlich blauen Himmel 10,5km auf der Mauer in den nächsten Ort. Die tausenden, oft sehr kaputte, Stufen und die Hitze machten uns schwer zu schaffen. Allerdings entschädigte die grandiose Aussicht und die geschossenen Bilder jegliche Anstrengung. Kurz bevor wir unseren Zielort erreichten, kamen wir noch in den Genuss eine lange Hängebrücke über einen Fluss, der sich durch eine Schlucht schlängelte, zu bewundern. Von dieser Hängebrücke ging es dann noch einige Stufen wieder hinauf, bevor wir uns mit einer Seilbahn (wie man sie von Spielplätzen kennt) einzeln über die nächste Schlucht hinunterstürzten. Dies war wieder ein kleiner Adrenalinkick, der uns die letzte Kraft gab, um zu unseren Fahrer zu gelangen. Dieser wartete schon sehnsüchtig auf uns. Schiesslich fuhren wir wieder nach Beijing, Richtung Smog. So eine Fahrt, wie diese hatte ich noch nicht erlebt. Unser Fahrer schien ein verlorener Sohn von Michael Schumacher zu sein, denn so einen Raser bzw. gewagten aber sicheren Fahrer habe ich noch nie erlebt. Durch unzählige, sehr riskante Überholmanöver schlängelte er sich die Landstraßen an umgekippten Lastwagen und mit Hühnern bepackten Chinesen entlang. 
Schließlich sind wir sicher und trotz rush hour in sehr guter Zeit in Beijing angekommen und konnten noch die restlichen Tage mit etwas Sightseeing und Party genießen, bevor es schließlich zum Abschiedsort von China zum letzten Mal nach Shanghai ging. Dort konnte ich ein letztes Mal die schöne Skyline, die faszinierende Nanjing Lu und das pulsierende Leben Chinas erleben bevor es für zwei Wochen nach Südostasien nach Singapur, Bali und andere Inseln ging, von den ich das nächste Mal berichten werde.

Von den ganzen Reisezielen wird es auch bald einige Videos geben, die ich bisher aufgrund zeitlicher Probleme nicht erstellen konnte. 

Momentan bin ich seit Dienstag 25.08.09 in Hong Kong für mein Auslandssemester an der Baptist University. Hier teile ich mir mit meinem Kumpel Fabian ein Zimmer im Wohnheim und werde mit ihm Hong Kong und weitere Traumziele in Südostasien erkunden. Doch von Hong Kong und dem Uni leben gibt es demnächst mehr.



Montag, 29. Juni 2009

Unzählige Stufen auf das Dach Chinas

Die Tage rasen hier an einem vorbei und mittlerweile sind es nur noch 4 Wochen, die ich in Hangzhou verbringen werde. An einem der letzten Wochenenden hat Max und mich mal wieder die Abenteuerlust gepackt und so sind wir mit drei anderen Praktikanten Angelina, David und Alex in die Fusstapfen Reinhold Messners getreten und haben uns auf eine Gebirgstour eingelassen: die Yellow Mountains (Huangshan).

Am Freitag ging es direkt, nachdem wir unseren Beitrag zur Herstellung deutscher Werkzeuge geleistet haben, mit Rucksack, der neben Klamotten auch noch leckere Nudelsuppen, fluessig Brot und Wasser enthielt, mit dem nicht klimatisierten Bus nach Huangshan. Mit dem dort gemieteten Hostel, was eher einem Hotel glich, haben wir ein echtes Schnaeppchen gemacht, was besonders David, einen Schwaben mit Bundeswehr- und anderen Splinen, gefreut haben durfte.
Am naechsten Morgen ging es mit dem Bus zum Fusse der majestetischen Berge, die auf 5 wanderlustige Gefaehrten unter blauen Himmel warteten. Am Busparkplatz angekommen empfing uns schon, wie ueblich , ein kleiner Chinese: Mr. Hu. Er sprach perfektes Englisch und organisierte fuer uns den naechsten Transport zur Gondel an den "Eastern Steps", die uns in die Naehe der chinesischen Himmelsdaecher befoerderte.
Schon waehrend der Fahrt mit der Gondel empfing uns das Gebirge mit traumhafter Landschaft, atemberaubenden Schluchten und kaiserlichem Wetter.
Die vielen Gipfel sind ueber unzaehlige Wege, die ausschliesslich aus Stufen bestehen und entlang von hunderten von metertiefer Schluchten verlaufen, erreichbar. Nachdem wir bereits tausende von Stufen gestiegen waren, wundervolle Ausblicke mit foermlich gemalter Natur geniessen konnten, machten wir Sherpas uns auf die Suche nach unserer Unterkunft um die gefuellten Rucksaecke abzuladen und Max und meinen von Chucks geplagten Fuessen eine 10minuetige Pause zu goennen. Nach der kurzen Rast in dem voellig ueberteuerten und winzigen Zimmer, ging es weiter die naechsten Gipfel zu erklimmen und schliesslich zur spaeteren Stunde den Sonnenuntergang unter oscarverdaechtiger Kulisse zu geniessen. Der Abend wurde dann noch mit einigen Nudelsuppen und Gerstensaft ausgeklongen.

Um 3.30Uhr in der Nacht weckte uns der zaertliche Handywecker, damit wir romantischen Wanderer mit gepackten Rucksaecken den Sonnenaufgang auf einem weiteren Gipfel geniessen konnten. Fuer den Aufstieg ueber die dunklen Treppen, ueber die mittlerweile unsere Waden und Fuesse klagten, planten wir ca. 1 Stunde, sodass wir den Sonnenaufgang um 5Uhr locker miterleben durften. Aufgrund unserer athletischen Faehigkeiten , waren wir bereits eine halbe Stunde vor dem geplanten Farbenspiel und dem Anmarsch der lauten Ameisenkolonie (Chinesen) am Gipfel angekommen und konnten uns so einen geeigneten Platz mit guter Aussicht sichern .Diese haben wir dann spaeter vor draengelnden und mit Teedosen bewaffneten aggressiven Ameisen verteidigen koennen. Nachdem, die in Anzug bekleideten Asiaten, die noch bessere Wanderschuhe als Max und ich mit unseren Chucks hatten, wieder vom Gipfel verschwunden waren, verpassten sie gluecklicherweise den eigentlichen Sonnenaufgang, der etwas verspaetet eintraf. So konnten wir diesen noch in Ruhe mit baumelender Seele geniessen , bevor es entlang weiterer grossartiger Landschaften, tiefer Schluchten und kleiner Hoehlen zu fantastischen Plaetzen ging. Schliesslich hat jedes Wochenende sein Ende, und so mussten wir den langen Abstieg ueber die "Western Steps" antreten, um mit unseren schmerzenden Waden und plattgetretenden Fuessen noch rechtzeitig den Bus zurueck nach Hangzhou zu erreichen.Insgesamt war es ein Wochenende mit tausenden von Stufen, traumhaftem Wetter, wunderschoener Landschaft und wie immer einer lustigen Truppe, ueber dessem Niveau mittlerweile schon die zweite Kellerwohnung freigeworden ist.

Sonntag, 7. Juni 2009

Singapur und Tioman, ein Ausflug in eine "westliche" Welt

Über Unwegen hat sich letzten Endes die Pressefreiheit gegen die Zensur der chinesischen Regierung, welche zahlreiche Internetseiten, unter anderem Blogspot, gesperrt hat, durchgesetzt.

Ende Mai begann der lang ersehnte Trip nach Singapur. Dienstagmorgens um 5.00Uhr erreichten wir die sauberste Stadt der Welt. Max und ich waren völlig überrascht, dass unser Taxifahrer, der uns zu dem Domizil unseres Kommilitonen Andres bringen sollte, Englisch sprechen konnte. Die Möglichkeit sich mit jedem Menschen unterhalten zu können, war für uns sozusagen Luxus.

Nach einer kurzen Nacht im Casa Andres machten sich Max und ich mit der U-Bahn und Monorail auf den Weg zur der künstlich angelegten Insel Sentosa, die einen Katzensprung vom Stadtkern Singapurs entfernt liegt. Endlich konnten wir den fein körnigen Sand unter unseren Füßen spüren, uns von der Äquator Sonne bräunen und im Ozean baden. Danach genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen am Pool von Andres Palais.

Am Abend wurde dann das Nachtleben Singapurs mit unseren Kommilitoninnen Sonja, Heike, Anna und unserem Herbergsvater Andres getestet. Allerdings haben uns die exorbitanten Getränkepreise etwas geschockt, was aber unseren Spaß letzten Endes nicht beeinflusste.
Den darauf folgenden Tag und Abend haben wir hauptsächlich im Vergnügungsviertel Singapurs „Clarke Quay“ verbracht. Hier reihen sich in einer sehr surrealen wirkenden Welt, welche man eigentlich nur aus Freizeitparks gewohnt ist, Bar an Bar und Club an Club. Das ganze Saubermann-Image Singapurs war sehr interessant, und wir haben uns dort auch sehr wohl gefühlt, aber auf Dauer kann die Oberflächlichkeit einem sicher den einen oder anderen Tag vermiesen.

Am Freitagmorgen ging es dann zu sechst mit einem gemieteten Taxi von Singapur nach Mersing, Malaysia. Das Ziel war jedoch die Trauminsel Tioman, die wir von Mersing mit einem Speedboat erreichten.
Die Insel ließ mit seinem Regenwald, dem traumhaften Strand gesäumt von hoch gewachsenen Palmen und dem luxuriösen Ressort keine Wünsche offen. Besonders das westliche Essen, war für Max und mich ein Traum. Unsere Gaumen konnten sich seit langem wieder an für Deutsche völlig normale Produkte, wie Mohnbrötchen, Laugenbrezeln, Wurst... erfreuen. Aber auch Pasta, Kartoffeln und Steaks katapultierten unsere Geschmacksendorphine mit entspannender Live Musik in vergessen geratene Sphären.
Ansonsten bot das Ressort mit seinem Pool mit Bar im Wasser und der Beachbar mit seinem etwas femininen Entertainer Teddy (von uns getauft) ganz großes Entertainment.

Neben Seelenyoga am Strand und Pool betätigten wir uns aber auch sportlich. Vor einer geplanten Schnorcheltour an den Korallenriffen unserer Insel, wollten wir eifrigen Wanderer einen Berg der Insel durch den Regenwald erklimmen. Die „Straße“, die uns an das unbekannte Ziel führen sollte, wäre wohl in Deutschland aufgrund der enormen Steigung nie für jemanden zugänglich. Unter brennender Sonne und schwüler Luft quälten wir uns Meter für Meter weiter den fiesen Berg hinauf. Nach einiger Zeit mussten wir auch die ersten Opfer beklagen und zurücklassen. Aber auch die vorderste, nicht müde werdende Front musste bald darauf einsehen, dass der Berg aufgrund zu hohem Wasserverlust und wenig Zeit gewonnen hatte. Kapitulierend machten wir uns also wieder auf den Rückweg, sodass wir es noch rechzeitig zur geplanten Schnorcheltour, von der wir insgesamt zwei während unseres Inselaufenthaltes machten, schafften.
In sehr starker Strömung paddelten wir also mit unseren Flossen entlang der Korallenriffe und sahen eine traumhafte Unterwasserwelt mit unzähligen Fischen und Wasserschildkröten, die ganz fantasievoll „Schildi“ von Sonja getauft wurden.
Doch das beste Erlebnis durfte wohl ich machen. Nachdem ich beim zweiten Schnorchelgang etwas verspätet aufgrund meiner engen Flossen im Wasser war und die restliche Gruppe schon in weiter Ferne war, entdeckte ich direkt unter mir einen etwa 2 Meter langen Riffhai, der noch fantasievoller „Sharky“ von Sonja getauft wurde. Dieses kurze Treffen mit einem Hai war wirklich atemberaubend und wird mir wohl noch länger in Erinnerung bleiben.

Insgesamt war die Woche Singapur und Tioman hinreißend. Für Max und mich war es ein Ausflug in eine „westliche“ Welt und zeigte uns welche eigentlichen Kleinigkeiten, wie einfaches kommunizieren mit fremden Leuten, einem fehlen können.
Aber auch wieder alte Freunde zu sehen und ein paar traumhafte lustige Tage auf einer märchenhaften Insel zu verbringen gab dem Trip eine besondere Note.

Doch Bilder sagen mehr als tausend Worte, deshalb viel Spaß mit folgendem Video (Max und ich sind noch nicht ganz durchgedreht):



Mittwoch, 13. Mai 2009

Xitang, unglaubliche Hitze & lebendiges Essen


Mit der Reise in den Südwesten Chinas hatten Max und ich Blut geleckt. Also mussten wir am Wochenende wieder etwas neues erkunden.
Wir haben uns für ein nicht allzu weites Ziel namens Xitang entschieden. Am Freitag nach der Arbeit ging es also mit noch zwei weiteren Praktikanten via Bus in die alte Wasserstadt mit vielen Kanälen, welche im Yangtze Delta 2h entfernt von Hangzhou liegt.

In Xitang, welches der Schauplatz einiger Szenen aus Mission impossible 3 war, angekommen, waren wir ziemlich ratlos. Wo könnte unser Hostel sein? Straßenschilder existierten kaum und wenn, waren sie nur auf Chinesisch. Das nächste Problem war, dass im Sekundentakt nicht gerade vertrauenserweckende Chinesen zu uns kamen und versucht haben, uns in irgendwelche andere Hostels oder sonstige Löcher zu locken. Nach einem Telefonat mit dem reservierten Hostel kam nach kurzer Zeit eine Angestellte, die uns durch die engen Gassen Xitangs zu der sehr spatanischen Unterkunft brachte.
Am Abend ist der verschlafene Ort mit seinen vielen rot leuchtenden Lampions und den Windlichtern auf dem Wasser ganz bezaubernd. Nach einem kleinen Rundgang durch die Altstadt fanden wir uns auf ein paar Gartenstühlen neben einem chinesischen Grill wieder. Die Zutaten für den Grill, welche auf kleinen Holzspiessen dahinvegetierten, konnte man sich in einer nicht unbedingt sehr hygenischen Kuehltruhe aussuchen. Das Fleisch war zwar lecker, doch was wir letzten Endes assen, wusste niemand von uns so genau.
Nach dem Essen fanden wir uns in einer ungewöhnlichen Bar wieder. Sie erinnerte uns an eine Piratenspielunke, in der wir als einzige Westliche mal wieder die Attraktion des Abends waren. An die dutzenden Blitzlichter von Chinesen haben wir uns mittlerweile schon gewöhnt, und schliesslich wollen wir den treuen Fans auch mal etwas zurückgeben und für sie da sein.
Am darauffolgenden Tag konnten wir dann Xitang auch bei Tageslicht sehen, was ebenfalls sehr beeindruckend war. Dieses Mal erkundeten wir die Stadt auch per Boot durch die vielen Kanäle. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Hangzhou, sodass wir noch Abends die Möglichkeit hatten, das Hangzhouer Nachtleben zu beglücken.

Auch wenn ich nun schon seit 3 Monaten hier bin, gibt es immer wieder neue seltsame Eigenschaften zu entdecken. Des öfteren sieht man Chinesen einfach rückwärts durch die Gegend laufen. Nachdem wir von diesen falsch gepolten Menschen relativ viele sahen und sehen, fragten wir einen Kollegen. Dieser klärte uns auf, dass, laut Chinesischer Logik, Rueckwaertslaufen sehr gesund ist, da es die Organe massiert. Solchen Merkwürdigkeiten, wie bei besten Wetter Regenschirme als Sonnenschutz zu benutzen und Strassen mit Wasser zu saeubern, obwohl es aus Kübeln schüttet begegnet man sehr häufig. 

Die Temperaturen sind mittlerweile immer oberhalb der 30Grad Marke. Nach den bereits schweissreichen Wochenende mit 35Grad begann die Woche am Montag mit noch nie gefuehlten 39Grad in Hangzhou und noch immer ist das hergesehnte leise Summen der Klimaanlage bei Bosch wegen cost reduction nicht zu hören. 

Am Dienstag haben Max und ich zwei Kollegen zum Essen eingeladen. Diese empfahlen uns "Drunken Shrimps" zu bestellen, was wir natürlich sofort taten. Schliesslich bekamen wir lebendige, in einer Weinsauce zappelnde Viecher, die man gewöhnlich lebendig verputzt. Um uns kulturell nicht ins Abseits zu schießen, machten wir es den Kollegen sofort nach und nach anfänglichen Zappeln der Tierchen in den Fingern und im Mund, gewöhnten wir uns an das seltsame Mahl und freuen uns auf die nächsten kulinarischen Entdeckungen.

Hier ein kleines Video aus Xitang

Dienstag, 5. Mai 2009

Traumhafte Landschaft, China pur & westliches Frühstück















Die restlichen April Wochenenden haben Max und ich in Hangzhou mit Fussball, einem KTV (Karaoke) Aufenthalt hauptsächlich mit Seelenyoga am Westlake verbracht.
Da natuerlich auch der Tag der Arbeit im kommunistischen China ein Feiertag ist, bot es sich an über den 1.Mai per Flugzeug gen Südwesten Chinas nach Guilin zu fliegen. Unsere Gefährten waren zwei weitere Praktikanten, David ein waschechter Corporate Identity Schwabe und Adrian alias Dr. Zumwinkel, ein geselliger Knabe aus dem Steuerparadies Lichtenstein.

Am Donnerstag wurde also überpünktlich um 16.30Uhr die Arbeit beendet und ein Taxi Richtung Hangzhouer Flughafen geentert. Nach 2 Stunden Flug erreichten wir das stockdunkle und versmogte Guilin. Bereits hier erkannten wir, dass wir uns langsam dem "richtigen" China näherten. Die Strassen waren schmutzig, die Luft stickig, und die Leute nicht gerade wohlhabend. Unser Zimmer im Hostel war spatanisch aber in Ordnung. So wurde der Auftakt des Trips noch mit einer Runde Billiard und Corona Bier im Hostel gewürdigt.

Ziemlich früh morgens fanden wir nach einem sehr guten westlichen Frühstück (fuer chinesische Verhältnisse) relativ schnell einen Bus, der uns in das 1.5 Stunden entfernte Yangshou transportiert. In dieser Gegend Chinas scheint es üblich zu sein, dass der Bus überall anhält, wo gerade jemand ein oder aussteigen möchte. Des Weiteren werden die Reisebusse trotz belegter Sitze weiterhin gefüllt. Die armen aber glücklichen Würstchen, welche keinen Sitzplatz ergattern konnten, sitzen dann die lange holprige Fahrt auf dem Boden des Busses bzw. auf einem Plastikhocker fuer Kinder.

Im schönen und nicht versmogten Yangshou angekommen, sahen wir bereits die traumhafte Kulisse des Li Rivers und den unzähligen Karsthügeln. Das Ziel, der kleine Ort Xingping, war aber noch nicht erreicht. Also wechselten wir in einen Mini-Bus, der ebenfalls mit Chinesen auf dem Boden gefüllt wurde und nach ca. 45min Fahrt auf sehr holprigen Strassen, war der verschlafende Ort erreicht.
Wir hausten in einem sehr kleinen Zimmer mit zu kleinen Betten. Dafuer hatte das Hostel eine super Lage mit einer dementsprechenden Aussicht. Die Bewohner in und rundum Xingping sind sehr arm, richtige Strassen existieren kaum, und jetzt fühlten wir uns alle richtig im Reich der Mitte angekommen. Mit unseren gemieteten klapprigen Strassenfahrraedern, ließen wir uns mit einer kleinen Fähre auf die andere Seite des Fluss bringen. Von dort aus fegten wir entlang des Flusses und seiner traumhaften Landschaft durch unzählige Reisfelder, kleine Dörfer (3-4 Hütten), in denen Hühner vor unseren Augen geköpft wurden und durch das von Bambus und Orangenbäumen gesäumte Dickicht. Schließlich hörte plötzlich der "Weg", den wir genommen hatten, auf, und wir befanden uns an einem kleinen Tempel, der direkt am Eingang einer Höhle lag. Wie die Mönche und die anderen Bewohner dort in ihren sehr einfachen Verhältnissen lebten, war beeindruckend. Die Odyssee per Fahrrad wurde schliesslich in die andere Richtung des Flusses fortgesetzt.

Am Samstag machten wir mit richtigen Mountainbikes und einer chinesischen Führerin eine Tour durch die Landschaft von Yangshou. Auch hier war die Natur malerisch und selbst Monet haette wohl seine Freude daran gehabt, die Impressionen auf einer Leinwand festzuhalten. Wir unterbrachen die Fahrt fuer einen Ausflug per Minibus zu einer riesigen Hoehle. Nach der Fahrt a la Indiana Jones stiegen wir in ein kleines Boot um, das uns langsam in die dunkle Höhle fuhr. Mit zwei Lampen ausgestattet, erkundeten wir vier das riesige dunkle mit Stalagmiten und Stalagtiten übersähte Labyrinth. Wir badeten in heilenden Schlamm und ließen unsere Seele in einem unbeschreiblichen Ambiente in den heissen Quellen der Höhle baumeln.

Danach schwangen wir uns wieder auf unsere Raeder und es ging mit unserer Führerin durch die pardiesische Landschaft zurueck nach Yangshou, wo wir zu Abend aßen und die Stadt noch etwas erkundeten bevor es zurueck nach Xingping ging.

Der Sonntagmorgen begann um 5Uhr früh. Wir wollten den Berg in der Nähe unseres Hostels in Xingping besteigen und den Sonnenaufgang geniessen. Das Hostel war um die Uhrzeit wie ausgestorben. Lediglich das Zirrpen der Grillen hoerte man von draussen. Im Dunklen schlichen wir uns von unserem Zimmer hinunter zum Ausgang. Doch ploetzlich schreckten wir auf. Wir erkannten aufgrund der Dunkelheit nur ein grosses rechteckiges Gebilde vor uns, das am Abend davor noch nicht vorhanden war. Aus dem dunklen Etwas kam ein lautes Rascheln hervor. Als erstes kam uns die Vorstellung eines Hühnerkäfigs in den Sinn, doch lange konnten wir nicht darüber nachdenken. Auf einmal sprang ein Chinese aus dem Gebilde hervor, was sich als eine Bettkonstruktion entpuppte. Ohne langes Zögern sperrte er die Tür des Hostels auf und ließ uns unseren Weg fortsetzen. Wir stapften also in langer Kleidung vor den Mücken geschützt die unzählbaren Stufen hinauf. Die glitschigen sehr alten in den Berg gemeiselten "Treppen" entpuppten sich zu gefährlichen Fallen. Nachdem wir diese tötungsreichen Fallen überwindet hatten, trennten uns nur noch ein paar sehr alte Leitern von dem Gipfel. Aber auch diese Hindernisse wurden uns nicht zum Verhängnis. Die fantastische Aussicht liess das zuvor aufgebrachte Aufwärmtraining vergessen, und so konnten wir zu unserem wesentlichen Training kommen (siehe Video) und nebenbei unsere Augen von der unglaublichen Aussicht betäuben.

Durch das harte Training am fruehen morgen frühstückten wir herzhaft mit westlichen Toast, Butter und Bacon mit traditioneller chinesischer Musik in den alten Gassen Xingpings und genossen die letzten Stunden vor unserem Rückflug in der wohl schönsten Landschaft Chinas mit einer entspannten Bambusflossfahrt ueber den Li River.

Viel Spaß mit folgenden Video

Samstag, 18. April 2009

Neuer Snackautomat & eine Odyssee am Westlake


In den letzten Tagen habe ich gemerkt, dass mir die Auslebung meiner Konfession in China sehr stark fehlt. Die wichtigsten Feiertage meiner religiösen Weltanschauung konnte ich, da auch an diesen Festtagen in China gearbeitet wird, nicht wirklich ausleben.
So fiel also das letzte Wochenende relativ konzis aus. Doch selbst aus diesen ungünstigen Bedingungen holen solch dynamische Persönlichkeiten, wie Max und meine Wenigkeit, das Beste heraus.

So wurde der Freitag zwar nicht mit Fisch sondern mit einigen Rachenputzern in unserer Zitadelle eingeleitet. Danach beglückten wir die Hangzhouer Nachtszene mit Aufenthalten in mehreren Clubs und überzeugten mit einem graziösen Hüftschwung.
Der Samstag ähnelte dem Freitag stark, nur dass wir das Osterfest mit einem all-you-can-eat Essen in einem Restaurant mit hauptsächlich Westlichem Essen und Köstritzer Schwarzbier begannen.

In Hangzhou sind die Temperaturen in der Woche an die 30°C Marke geklettert. Dies stellte sich allerdings zu unserem Nachteil heraus, da die Klimaanlage bei Bosch wohl frühestens ab Mai eingeschaltet wird. Das Schwaben gerne sparen, ist selbstverständlich bekannt, aber bitte nicht in diesem Bereich. Da sollten eher die Preise an dem neu eingeführten Snackautomat erhöht werden, bei dem man kulinarisch hochwertige Leckerbissen wie abgepackte Hühnerfüße erwerben kann.

Da diese appetitlichen Snacks Lust auf mehr traditionelle chinesische Küche machten, gingen Max und ich mit drei Kollegen am Dienstagabend in ein Restaurant in den Hangzhouer Bergen. Bei sommerlichen Temperaturen saßen wir auf einer Terrasse und genossen das leckere Essen, das wie immer für eine Überraschung sorgte. In der mit Hühnerfleisch, Salat und anderem Gemüse gefüllten Schüssel kam auf einmal auch der Kopf des Huhnes zum Vorschein. Zu unserer Verwunderung wurde dieser allerdings nicht gegessen und nur beiseite gelegt. Der Hühnerkopf verfolgte dann lediglich, wie wir den Rest seines Körpers verzerrten. Die anderen Speisen, leckere geröstete Nüsse, warmer würziger Salat... waren durchaus gaumenfreundlich.

Das Wochenende haben wir mit Sport und Sightseeing verbracht. Am Samstag sind wir relativ früh aus unseren Träumen erwacht, damit wir eine lange Wanderung am Westlake machen konnten. Nachdem wir eine kleine Bootsfahrt bei riesigen Wellen machten, viele Fotos geschossen haben und mindestens 10km mit unseren Chucks bei 30°C gelaufen sind, wollten wir schließlich mit einem Taxi, aufgrund der überfüllten Busse, zurück zu unserer Wohnung. Leider war wohl an diesem Samstag ganz Hangzhou plus Touristen auf den Beinen. All diese Heerscharen wollten wohl ein Taxi ergattern. Die Suche erschien aussichtslos, und so wurde die Odyssee fortgesetzt. Nur dieses Mal ging es den ganzen Weg wieder zurück. Selbst nach dem langen Fußmarsch an unseren Startpunkt blieb die Jagd nach einem fahrbaren Untersatz erfolglos. Also beschlossen wir erst mal etwas Flüssigbrot zu uns zu nehmen. Vom Zaubertrank gestärkt und mit neuem Enthusiasmus ausgestattet enterten wir sofort ein Taxi. Unsere leeren Nährstoffspeicher füllten wir dann in unserem chinesischen Lieblingsrestaurant „Grandma’s“,  und so konnten danach unsere mitgenommen Füße sich bei einem Live Bundesligaspiel in unserer Wohnung erholen.

Von den Profis im Fernsehen abgeschaut, wandten wir die Fähigkeiten gleich am nächsten Tag beim Spiel in der Companyleague an. Wir gewannen souverän mit 3:0 bei regnerischem Wetter. Somit dürften wir nach dem Sieg der vergangenen Woche auf Platz 1 sein. 

Wieder einmal muss ich feststellen, dass die Zeit ziemlich schnell vorbeigeht. Bereits in zwei Wochen geht es nach Guilin mit seiner herrlichen Flusslandschaft und den Karstbergen.

Zitat der Woche: (vor dem Ausflug zum Westlake)
Max: "Hey Olli, sollen wir noch vorher ein bisschen aufräumen?"
Olli: "Ah nee, das können wir auch noch wann anders machen."
Max: "Ja stimmt, im Mai oder so."

Und hier noch ein kleines Video vom Samstag am Westlake:

Dienstag, 7. April 2009

Leckere Kröten, ein Wasser in 420m Höhe & die Tour de Hangzhou


Mehr als 6 Wochen bin ich nun im Reich der Mitte, und noch immer sind einige Angewohnheiten der Chinesen fremd. Das Spucken auf die Straße, was durch ein lautstarkes "Hochziehen" angekündigt wird, wundert mich noch immer. Vor allem im Büro ist dieses ständige Hochziehen jener Körperflüssigkeiten, die normal in ein Taschentuch gehören, extrem ekelhaft.
Doch die Krone setzte dem Ganzen ein Kollege mit 15 minütigen Dauernasebohren in einem Meeting auf. Entweder scheinen diese Fingerfertigkeiten in der Öffentlichkeit nichts Besonderes zu sein, oder es wird von den anderen ignoriert und geächtet. Allerdings habe ich solche Gewohnheiten nicht nur bei dem erwähnten Kollegen gesehen.

Als Max und ich mit einigen Kollegen unserer Abteilung essen waren, hat unser Gaumen einige neue Geschmäcker kennen lernen dürfen. Neben Lotusblüten und anderen seltsamen Gemüsesorten haben auch Kröten den Weg in unser Inneres genommen. Diese glitschigen Viecher schmecken nach einer Mischung von Fisch und Hühnchen. Der einzige Nachteil dieser Speise ist, dass man das Fleisch von einem Knochen abnagen muss, da dieses Nagen bei den Chinesen höchst beliebt ist.

Die letzten Wochenenden haben Max und ich in Hangzhou verbracht. Einige Clubs wurden getestet, und das Fazit fällt durchaus positiv aus. Die Einrichtung der jeweiligen Lokalitäten kann sich wirklich sehen lassen. Alles ist sehr sauber, neu, und freier Eintritt erhöht die bei der Ankunft schon hohe Stimmung umso mehr. Allerdings gibt es zwar nur einen Minuspunkt, welcher aber eine hohe Gewichtung hat: Die Getränkepreise sind mit den deutschen auf einer Ebene. Trotz des letzten Punktes waren die Abende in den Zappelbunkern sehr amüsant.

Unser erstes Pflichtspiel der Company-League war ebenfalls an einem der letzten Wochenenden. Auf einem halben Kunstrasenfeld wurde versucht das Leder zu streicheln, doch as Spiel verlief nicht nach unseren Vorstellungen. Obwohl wir das Spiel die meiste Zeit kontrollierten gingen wir zweimal durch individuelle Abwehrfehler in Rueckstand. Leider gab es immer noch wenige Kombinationen und ein richtiger Spielfluss kam selten auf.
Zahlreiche Großchancen wurden aufgrund technischer Defizite und nicht genügend Überblick versemmelt. Solche Faux-pas kennt man eigentlich nur von deutschen Fussballgrößen wie Mario Gomez oder Kevin „Nutella“ Kuranyi.
Letzten Endes beendeten wir das Spiel gegen nicht all zu starke Gegner mit einem unglücklichen 2:2 und stehen somit schon fast wie der FC Bayern nach dem 1:5 Debakel gegen den Winterkorn Verein unter gewaltigen Druck.


Das letzte Wochenende war mit dem Tombsweeping day am Montag ein verlängertes Wochenende. Also beschlossen Max und ich am Freitagabend, nachdem wir unseren Beitrag zur Werkbank Chinas geleistet hatten, bis Sonntag nach Shanghai zu donnern. Nach einer langen Nacht, in der wir unter anderen in Clubs waren, in denen es ein Aquarium mit Haien gab, haben wir neben einer ausgiebigen Shoppingtour nur noch den Besuch des richtigen Shanghais Aquarium erledigen können. Die Annsammlung von Meereslebewesen war durchaus beeindruckend, da man die meiste Zeit durch einen Tunnel die Aquarien durchquerte. Somit schwimmten Schildkröten (bei denen uns das Wasser im Mund zusammenlief), Rochen, Haie… neben und über einem.
Am Sonntag sind wir unter strahlender Sonne nach Pudong zum JinMao Tower gefahren. Dort lockte uns die im 87. Stock höchste Bar der Welt (im Hyatt) mit einer wegen Smog nicht ganz so tollen Aussicht. Nach einem überteuerten Getränk haben wir noch die Lobby des Hotels bestaunt und sind für eine Besichtigung des Jinyiang Tempels Richtung Nanjing Road gebraust. Den Besuch Shanghais haben wir mit einem frischen Kokosnuss Milchshake in einem Cafe in der Nanjing Road bei angenehmen Temperaturen ausklingen lassen.

Den Feiertag am Montag begannen wir mit einer kleinen Fahrradrundfahrt in unserem Compound. Danach ging es mit unseren Bikes, auf die selbst Dopingverächter wie Lance Armstrong oder Jan Ulrich neidisch waeren, zu den Xixi Naturreservarten. Diese Tümpel waren etwas enttäuschend. Also haben wir noch eine kleine Tour in Hangzhou in der Nähe unseres Blocks gemacht und uns schließlich beim Tennisspielen komplett ausgepowered.

Die letzten Wochen waren wirklich schön und bisher möchte ich keine Erfahrung missen.
Besonders freut mich, dass Max und ich nun, dank eines chinesischen Kollegen, einen sehr günstigen Flug nach Singapur für Ende Mai gefunden haben. Traumstrände mit Hängematten, Sonne und türkisfarbenes Wasser warten also von uns erobert zu werden.

Das folgende Video ist eine kleine Zusammenfassung des verlängerten Wochenendes.