Freitag, 9. Oktober 2009

Ein Bad mit Elefanten, Abkühlung unter Wasserfällen & chillen an schneeweißen Stränden

Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung der chinesischen Regierung war die Reise nach Tibet und zum Mount Everest nicht möglich. Plötzlich erlaubte das kommunistische Volk Ausländern nicht mehr nach Tibet zu reisen. Dies mag wahrscheinlich an dem Nationalfeiertag Anfang Oktober liegen, an dem sich die Regierung wohl vor Aufständen und einer objektiven Berichterstattung in Tibet fürchtete. 

Doch neben Tibet gibt es noch weitere Länder und Gebiete in Asien, die einen Ausflug von 12 Tagen wert sind. Kurzfristig entschlossen sich der Schwabe Jannik, der Franke Jakob, der sich als Argentinier fühlende Fabian und ich nach Bangkok zu fliegen. Dort besuchten wir zunächst unsere Kommilitonen Alex und Antonia („der Toni“) bei denen wir Unterschlupf für eine Nacht fanden. Am Abend wurde dann noch das Nachtleben Bangkoks mit einem weiteren, in Bangkok lebenden, Kommilitonen Philip unter die Lupe genommen.

Nach viel zu wenig Schlaf ging es für die vier Gefährten am nächsten Morgen mit dem Bus für 1,20€ in das 2,5 Stunden entfernte Kachanaburi. Wir wohnten dort für 3 Nächte in sehr gemütlichen auf Wasser gebauten Hütten. Am selben Tag der Ankunft gingen wir noch in ein Elefanten-Camp. Nachdem der Regen sich gelegt hatte, ritten wir auf dem stinkenden und wackelnden Hufentier durch die Wälder. Bei diesem Ritt rätselten wir, ob der dermaßen beißende Gestank von dem Rüsseltier oder dem kleinen Thai, der den Elefanten mit gezielten Hieben in den Nacken züchtigte, kommt. Aufgrund des intensiven Geruchs beschlossen wir schließlich mit den Elefanten und deren „Herrchen“ in einem durchaus hochbakteriellen Fluss (von Fabian „Ganges“ getauft) zu baden. Nach einigen Rüsselduschen und plantschen im „Ganges“, in dem sich Fabian nach einem Sturz eine durchaus fragwürdige Entzündung an einer Wunde holte, machten wir uns zurück in unser Campier und genossen das leckere Thaiessen.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Ewaran National Park mit seinen berühmten Wasserfällen. Bevor wir in den insgesamt sieben Wasserfällen baden konnten, mussten wir uns durch den Dschungel und über sehr fragwürdige Pfade gehen, die von Feuerameisen, Gekos und Schlangen bevölkert wurden. Dieses gefährliche Wandern wurde dann schließlich mit Baden in türkisklarem Wasser unter herrlichen Wasserfällen und knabbernden Fischen belohnt. Der Tag wurde schließlich mit einer Zugfahrt durch die „Death Valley“ abgeschlossen.

Am Dienstag ging es zurück nach Bangkok, wo wir Alex einsammelten um mit ihm via Bus und Fähre nach Ko Samui zu reisen. Die Insel gefiel uns aufgrund der vielen Wolken und des großen Tourismus nicht besonders. Deshalb sind wir am darauf folgenden Tag gleich in Richtung Ko Phangan, die Nachbar und Backpackerinsel, aufgebrochen. Das Eiland ist für seine Traumstrände und die exzessiven Fullmoonparties bekannt. Wir wohnten in sehr spartanischen Hütten, die weder komplett geschlossen waren, noch eine Klimaanlage hatten. Der abgelegende weiße Strand, welchen man nur per Boot erreichen konnte, die gelassene Einstellung der Angestellten und der wenigen Touristen und das von Sonne getränkte türkisfarbene Wasser entschädigten jedoch die etwas spärliche Unterkunft, welche uns aufgrund zahlreicher Mückentische durchaus reizte.

Die Tage auf Ko Phangan verbrachten wir mit Seelenyoga am Strand, ein paar Ballspielchen und plantschen im Golf von Thailand. Abends begaben wir uns dann zu den Klippen am Ende des Strandes die mit kleinen Hüttenbars und Restaurants, die nur durch Holzstege verbunden waren an die Piraten im Disneyland bzw. Europapark erinnerten, nur dass dies hier real war. Mit den Fackeln, den Kerzen und der gemütlichen Bauweise der Restaurants dachte man zunächst gar nicht mehr an Party. Doch gut gestärkt von leckerem Essen und Flüssigbrot machten wir uns feierwütig mit einem Boot zum Partystrand, an dem wir noch nie gekannte Parties direkt am Strand erleben durften. Der Thailandtrip wurde schließlich mit der weltbekannten Fullmoonparty, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, erwürdig beendet. 


Dienstag, 15. September 2009

Wellenreiten auf Bali, reißende Dschungelflüsse & "Nemos" zum Anfassen



Nun komm ich endlich dazu etwas über meine Reise mit Benni und Marc zu schreiben.

Von Shanghai bin ich nach Singapur geflogen, wo ich meine Freiburger Freunde Benni und Marc getroffen habe. Das Wiedersehen wurde selbstverständlich noch am Abend mit einem Besuch von Clarke Quay (dem Partyviertel) Singapurs und einigen Bierchen gefeiert.

Am nächsten Morgen habe ich die zwei vom Jetlack geplagten Freiburger mit Enthusiasmus geweckt und sie zum künstlichen Strand vor Singapur auf Sentosa Island gezerrt. Den Tag verbrachten wir auf dem feinen Sand und im Café del Mar, welches direkt mit Pool am Strand liegt.  

Abends genossen wir dann das ein oder andere alkoholische Getränk mit Uno spielen in unserem Hostel. Das „RucksackIn“ Hostel war das beste Hostel, in dem ich bisher gewesen bin. Nach dem feucht-fröhlichen Uno spielen, wurde schließlich das Nachtleben Singapurs genauer unter die Lupe genommen und für durchaus gut befunden. Nach einer langen Nacht ging es am nächsten Nachmittag zum Flughafen der Löwenstadt, von dem wir uns ins Paradies nach Bali machten.

Auf Bali genossen wir zunächst die Sonne am Traumstrand von Kuta. Im Surferparadies wagten wir uns natürlich auchauf die Bretter und erwischten sogar einige von den riesigen Wellen, auf denen wir reiten konnten. Das Gefühl auf einer Welle geritten zu sein ist unglaublich, und ich kann nur jedem empfehlen, es zu versuchen. Trotzdem ist Kuta nicht unbedingt für Surf-Anfänger aufgrund der riesigen Wellen und der starken Strömung geeignet, was wir am eigenen Leib erfuhren durften und manche von uns wirklich nur knapp dem Tod von der Schippe springen konnten. 

Wir erkundeten auch das Landesinnere Balis. So machten wir eine Rafting-Tour auf einem von Stromschnellen gepeitschten Fluss, der sich durch den Dschungel und entlang Reisterassen schlängelte. Die Landschaft und das klare Flusswasser, das von einer unglaublichen Natur umrahmt wurde, kannte ich bisher nur aus Abenteuerfilmen.

Neben einer Rafting-Tour besichtigten wir noch mehrere Tempel, einen Wald mit heiligen Affen und Flughunden und badeten unter malerischen Wasserfällen. 

Von Bali ging unsere Tour durch Indonesien weiter auf die Nachbarinsel Lombok. Nach einer langen und nervigen Fährenfahrt erreichten wir schließlich unser Stranddomizil mit traumhafter Poolanlage, an der wir die nächsten Tage viel Spaß hatten. Nach einigen Tagen Entspannung vom Freizeitstress machten wir noch einen Trip auf die kleinen Gili-Islands. Dort ließen wir unsere Seele an schneeweißen Stränden und türkisklaren Wasser baumeln und schnorchelten mit kleinen Nemos, Schildkröten und anderen farbreichen Fischen.

Unseren Urlaub beendeten wir wieder am Anfangsort Singapur und genossen ein letztes Mal das Nachtleben Singapurs, bevor Marc und Benni zurück nach Deutschland und ich nach Hong Kong flogen.

Sonntag, 30. August 2009

Die letzten Wochen im Land der Mitte


Mittlerweile sind zwei Monate vergangen, in denen ich nicht von meiner Asientour berichtet habe. 
Mein Praktikum in Hangzhou habe ich am 24.07.09 beendet, und meine Kollegen wirkten doch traurig, dass sie mich nun nicht mehr täglich sehen. Besonders werde ich meinen Nachbar Pan Dong vermissen, der mir bei jeglichen Problemen, sei es Flüge buchen oder alltägliche Sachen, wie Friseurbesuche, half. Aber wahrscheinlich gibt es mit ihm ein Wiedersehen in Hong Kong.

Die letzten Wochen in Hangzhou habe ich wirklich genossen. Den Westlake, meine Wohnung und die chinesischen Eigenarten habe ich bereits am Flughafen vermisst. 
Doch bevor ich mich auf den Weg zur nächsten Etappe nach Hong Kong für mein Auslandssemester gemacht habe, besuchte mich zunächst mein Kumpel Jan (ein waschechter "Saarlänner") in China. Ihm konnte ich Hangzhou, das Paradies auf Erden (Zitat: Marco Polo), mehr als schmackhaft machen. Mit einem Abschiedsessen mit allen anderen Praktikanten im überragenden Teppanyaki, einem letzten Besuch des Westlakes mit seinen Wasserspielen, den traumhaften Teebergen, den nach meiner Meinung schönsten Tempel Chinas und einem letzten Aufenthalt im Massagetempel Lovestory, war der Abschied traurig aber die Sehnsucht nach neuen Abenteuern machte ihn nicht ganz so schlimm.
Die kommenden Eindrücke in Beijing ließen den Abschied von der Wen er xi lu (Straße, wo ich lebte) erträglich werden. In Beijing erwartete Jan und mich der krasseste Smog, den ich bis dahin erlebt hatte. In der Zeit, die wir dort verbrachten, konnte man teilweise gerade 200m weit sehen. Auch wenn die Luft sehr schlecht war, umso besser war unser Hostel, welches mit gläsernen Badezimmertüren doch etwas eigenartig war. Doch die schlechte Luft schränkte uns nicht ein, und so genossen wir die typischen Sehenswürdigkeiten Beijings. Wir zwei Saarlänner tourten also durch die Verbotene Stadt, den Jing shan und andere Parkstempel, den Himmels und den Sommerpalast. Außerdem marschierten wir, wie es für zwei Deutsche gehört, über den Platz des himmlischen Friedens und bewunderten das Mausoleum des friedlichen Mao. Während unserer Märsche versorgte mich Jan ständig mit neuen saarländischen Vokabeln, die ich aufgrund meines Exils dringend aufholen musste. 
Doch neben den traditionellen Sehenswürdigkeiten bewunderten wir auch das riesige Olympiagelände mit seinem "Vogelnest", das wohl imposanteste Stadion, in dem ich bisher gewesen bin und das Finanzviertel Beijings, in dem wir auch die bekannte Pekingente aßen. 
Der beste Ausflug während unserer Zeit in Beijing war allerdings der Trip zur chinesischen Mauer mit Max und Alex. Hier sind wir nicht zum typischen restaurierten Touriteil des enormen Bauwerks gefahren, sondern ca. zwei Stunden in den Ort Simatai mit einem gemieteten Fahrer gerast. Von dort ging es bei strahlenden Sonnenschein und königlich blauen Himmel 10,5km auf der Mauer in den nächsten Ort. Die tausenden, oft sehr kaputte, Stufen und die Hitze machten uns schwer zu schaffen. Allerdings entschädigte die grandiose Aussicht und die geschossenen Bilder jegliche Anstrengung. Kurz bevor wir unseren Zielort erreichten, kamen wir noch in den Genuss eine lange Hängebrücke über einen Fluss, der sich durch eine Schlucht schlängelte, zu bewundern. Von dieser Hängebrücke ging es dann noch einige Stufen wieder hinauf, bevor wir uns mit einer Seilbahn (wie man sie von Spielplätzen kennt) einzeln über die nächste Schlucht hinunterstürzten. Dies war wieder ein kleiner Adrenalinkick, der uns die letzte Kraft gab, um zu unseren Fahrer zu gelangen. Dieser wartete schon sehnsüchtig auf uns. Schiesslich fuhren wir wieder nach Beijing, Richtung Smog. So eine Fahrt, wie diese hatte ich noch nicht erlebt. Unser Fahrer schien ein verlorener Sohn von Michael Schumacher zu sein, denn so einen Raser bzw. gewagten aber sicheren Fahrer habe ich noch nie erlebt. Durch unzählige, sehr riskante Überholmanöver schlängelte er sich die Landstraßen an umgekippten Lastwagen und mit Hühnern bepackten Chinesen entlang. 
Schließlich sind wir sicher und trotz rush hour in sehr guter Zeit in Beijing angekommen und konnten noch die restlichen Tage mit etwas Sightseeing und Party genießen, bevor es schließlich zum Abschiedsort von China zum letzten Mal nach Shanghai ging. Dort konnte ich ein letztes Mal die schöne Skyline, die faszinierende Nanjing Lu und das pulsierende Leben Chinas erleben bevor es für zwei Wochen nach Südostasien nach Singapur, Bali und andere Inseln ging, von den ich das nächste Mal berichten werde.

Von den ganzen Reisezielen wird es auch bald einige Videos geben, die ich bisher aufgrund zeitlicher Probleme nicht erstellen konnte. 

Momentan bin ich seit Dienstag 25.08.09 in Hong Kong für mein Auslandssemester an der Baptist University. Hier teile ich mir mit meinem Kumpel Fabian ein Zimmer im Wohnheim und werde mit ihm Hong Kong und weitere Traumziele in Südostasien erkunden. Doch von Hong Kong und dem Uni leben gibt es demnächst mehr.



Montag, 29. Juni 2009

Unzählige Stufen auf das Dach Chinas

Die Tage rasen hier an einem vorbei und mittlerweile sind es nur noch 4 Wochen, die ich in Hangzhou verbringen werde. An einem der letzten Wochenenden hat Max und mich mal wieder die Abenteuerlust gepackt und so sind wir mit drei anderen Praktikanten Angelina, David und Alex in die Fusstapfen Reinhold Messners getreten und haben uns auf eine Gebirgstour eingelassen: die Yellow Mountains (Huangshan).

Am Freitag ging es direkt, nachdem wir unseren Beitrag zur Herstellung deutscher Werkzeuge geleistet haben, mit Rucksack, der neben Klamotten auch noch leckere Nudelsuppen, fluessig Brot und Wasser enthielt, mit dem nicht klimatisierten Bus nach Huangshan. Mit dem dort gemieteten Hostel, was eher einem Hotel glich, haben wir ein echtes Schnaeppchen gemacht, was besonders David, einen Schwaben mit Bundeswehr- und anderen Splinen, gefreut haben durfte.
Am naechsten Morgen ging es mit dem Bus zum Fusse der majestetischen Berge, die auf 5 wanderlustige Gefaehrten unter blauen Himmel warteten. Am Busparkplatz angekommen empfing uns schon, wie ueblich , ein kleiner Chinese: Mr. Hu. Er sprach perfektes Englisch und organisierte fuer uns den naechsten Transport zur Gondel an den "Eastern Steps", die uns in die Naehe der chinesischen Himmelsdaecher befoerderte.
Schon waehrend der Fahrt mit der Gondel empfing uns das Gebirge mit traumhafter Landschaft, atemberaubenden Schluchten und kaiserlichem Wetter.
Die vielen Gipfel sind ueber unzaehlige Wege, die ausschliesslich aus Stufen bestehen und entlang von hunderten von metertiefer Schluchten verlaufen, erreichbar. Nachdem wir bereits tausende von Stufen gestiegen waren, wundervolle Ausblicke mit foermlich gemalter Natur geniessen konnten, machten wir Sherpas uns auf die Suche nach unserer Unterkunft um die gefuellten Rucksaecke abzuladen und Max und meinen von Chucks geplagten Fuessen eine 10minuetige Pause zu goennen. Nach der kurzen Rast in dem voellig ueberteuerten und winzigen Zimmer, ging es weiter die naechsten Gipfel zu erklimmen und schliesslich zur spaeteren Stunde den Sonnenuntergang unter oscarverdaechtiger Kulisse zu geniessen. Der Abend wurde dann noch mit einigen Nudelsuppen und Gerstensaft ausgeklongen.

Um 3.30Uhr in der Nacht weckte uns der zaertliche Handywecker, damit wir romantischen Wanderer mit gepackten Rucksaecken den Sonnenaufgang auf einem weiteren Gipfel geniessen konnten. Fuer den Aufstieg ueber die dunklen Treppen, ueber die mittlerweile unsere Waden und Fuesse klagten, planten wir ca. 1 Stunde, sodass wir den Sonnenaufgang um 5Uhr locker miterleben durften. Aufgrund unserer athletischen Faehigkeiten , waren wir bereits eine halbe Stunde vor dem geplanten Farbenspiel und dem Anmarsch der lauten Ameisenkolonie (Chinesen) am Gipfel angekommen und konnten uns so einen geeigneten Platz mit guter Aussicht sichern .Diese haben wir dann spaeter vor draengelnden und mit Teedosen bewaffneten aggressiven Ameisen verteidigen koennen. Nachdem, die in Anzug bekleideten Asiaten, die noch bessere Wanderschuhe als Max und ich mit unseren Chucks hatten, wieder vom Gipfel verschwunden waren, verpassten sie gluecklicherweise den eigentlichen Sonnenaufgang, der etwas verspaetet eintraf. So konnten wir diesen noch in Ruhe mit baumelender Seele geniessen , bevor es entlang weiterer grossartiger Landschaften, tiefer Schluchten und kleiner Hoehlen zu fantastischen Plaetzen ging. Schliesslich hat jedes Wochenende sein Ende, und so mussten wir den langen Abstieg ueber die "Western Steps" antreten, um mit unseren schmerzenden Waden und plattgetretenden Fuessen noch rechtzeitig den Bus zurueck nach Hangzhou zu erreichen.Insgesamt war es ein Wochenende mit tausenden von Stufen, traumhaftem Wetter, wunderschoener Landschaft und wie immer einer lustigen Truppe, ueber dessem Niveau mittlerweile schon die zweite Kellerwohnung freigeworden ist.

Sonntag, 7. Juni 2009

Singapur und Tioman, ein Ausflug in eine "westliche" Welt

Über Unwegen hat sich letzten Endes die Pressefreiheit gegen die Zensur der chinesischen Regierung, welche zahlreiche Internetseiten, unter anderem Blogspot, gesperrt hat, durchgesetzt.

Ende Mai begann der lang ersehnte Trip nach Singapur. Dienstagmorgens um 5.00Uhr erreichten wir die sauberste Stadt der Welt. Max und ich waren völlig überrascht, dass unser Taxifahrer, der uns zu dem Domizil unseres Kommilitonen Andres bringen sollte, Englisch sprechen konnte. Die Möglichkeit sich mit jedem Menschen unterhalten zu können, war für uns sozusagen Luxus.

Nach einer kurzen Nacht im Casa Andres machten sich Max und ich mit der U-Bahn und Monorail auf den Weg zur der künstlich angelegten Insel Sentosa, die einen Katzensprung vom Stadtkern Singapurs entfernt liegt. Endlich konnten wir den fein körnigen Sand unter unseren Füßen spüren, uns von der Äquator Sonne bräunen und im Ozean baden. Danach genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen am Pool von Andres Palais.

Am Abend wurde dann das Nachtleben Singapurs mit unseren Kommilitoninnen Sonja, Heike, Anna und unserem Herbergsvater Andres getestet. Allerdings haben uns die exorbitanten Getränkepreise etwas geschockt, was aber unseren Spaß letzten Endes nicht beeinflusste.
Den darauf folgenden Tag und Abend haben wir hauptsächlich im Vergnügungsviertel Singapurs „Clarke Quay“ verbracht. Hier reihen sich in einer sehr surrealen wirkenden Welt, welche man eigentlich nur aus Freizeitparks gewohnt ist, Bar an Bar und Club an Club. Das ganze Saubermann-Image Singapurs war sehr interessant, und wir haben uns dort auch sehr wohl gefühlt, aber auf Dauer kann die Oberflächlichkeit einem sicher den einen oder anderen Tag vermiesen.

Am Freitagmorgen ging es dann zu sechst mit einem gemieteten Taxi von Singapur nach Mersing, Malaysia. Das Ziel war jedoch die Trauminsel Tioman, die wir von Mersing mit einem Speedboat erreichten.
Die Insel ließ mit seinem Regenwald, dem traumhaften Strand gesäumt von hoch gewachsenen Palmen und dem luxuriösen Ressort keine Wünsche offen. Besonders das westliche Essen, war für Max und mich ein Traum. Unsere Gaumen konnten sich seit langem wieder an für Deutsche völlig normale Produkte, wie Mohnbrötchen, Laugenbrezeln, Wurst... erfreuen. Aber auch Pasta, Kartoffeln und Steaks katapultierten unsere Geschmacksendorphine mit entspannender Live Musik in vergessen geratene Sphären.
Ansonsten bot das Ressort mit seinem Pool mit Bar im Wasser und der Beachbar mit seinem etwas femininen Entertainer Teddy (von uns getauft) ganz großes Entertainment.

Neben Seelenyoga am Strand und Pool betätigten wir uns aber auch sportlich. Vor einer geplanten Schnorcheltour an den Korallenriffen unserer Insel, wollten wir eifrigen Wanderer einen Berg der Insel durch den Regenwald erklimmen. Die „Straße“, die uns an das unbekannte Ziel führen sollte, wäre wohl in Deutschland aufgrund der enormen Steigung nie für jemanden zugänglich. Unter brennender Sonne und schwüler Luft quälten wir uns Meter für Meter weiter den fiesen Berg hinauf. Nach einiger Zeit mussten wir auch die ersten Opfer beklagen und zurücklassen. Aber auch die vorderste, nicht müde werdende Front musste bald darauf einsehen, dass der Berg aufgrund zu hohem Wasserverlust und wenig Zeit gewonnen hatte. Kapitulierend machten wir uns also wieder auf den Rückweg, sodass wir es noch rechzeitig zur geplanten Schnorcheltour, von der wir insgesamt zwei während unseres Inselaufenthaltes machten, schafften.
In sehr starker Strömung paddelten wir also mit unseren Flossen entlang der Korallenriffe und sahen eine traumhafte Unterwasserwelt mit unzähligen Fischen und Wasserschildkröten, die ganz fantasievoll „Schildi“ von Sonja getauft wurden.
Doch das beste Erlebnis durfte wohl ich machen. Nachdem ich beim zweiten Schnorchelgang etwas verspätet aufgrund meiner engen Flossen im Wasser war und die restliche Gruppe schon in weiter Ferne war, entdeckte ich direkt unter mir einen etwa 2 Meter langen Riffhai, der noch fantasievoller „Sharky“ von Sonja getauft wurde. Dieses kurze Treffen mit einem Hai war wirklich atemberaubend und wird mir wohl noch länger in Erinnerung bleiben.

Insgesamt war die Woche Singapur und Tioman hinreißend. Für Max und mich war es ein Ausflug in eine „westliche“ Welt und zeigte uns welche eigentlichen Kleinigkeiten, wie einfaches kommunizieren mit fremden Leuten, einem fehlen können.
Aber auch wieder alte Freunde zu sehen und ein paar traumhafte lustige Tage auf einer märchenhaften Insel zu verbringen gab dem Trip eine besondere Note.

Doch Bilder sagen mehr als tausend Worte, deshalb viel Spaß mit folgendem Video (Max und ich sind noch nicht ganz durchgedreht):



Mittwoch, 13. Mai 2009

Xitang, unglaubliche Hitze & lebendiges Essen


Mit der Reise in den Südwesten Chinas hatten Max und ich Blut geleckt. Also mussten wir am Wochenende wieder etwas neues erkunden.
Wir haben uns für ein nicht allzu weites Ziel namens Xitang entschieden. Am Freitag nach der Arbeit ging es also mit noch zwei weiteren Praktikanten via Bus in die alte Wasserstadt mit vielen Kanälen, welche im Yangtze Delta 2h entfernt von Hangzhou liegt.

In Xitang, welches der Schauplatz einiger Szenen aus Mission impossible 3 war, angekommen, waren wir ziemlich ratlos. Wo könnte unser Hostel sein? Straßenschilder existierten kaum und wenn, waren sie nur auf Chinesisch. Das nächste Problem war, dass im Sekundentakt nicht gerade vertrauenserweckende Chinesen zu uns kamen und versucht haben, uns in irgendwelche andere Hostels oder sonstige Löcher zu locken. Nach einem Telefonat mit dem reservierten Hostel kam nach kurzer Zeit eine Angestellte, die uns durch die engen Gassen Xitangs zu der sehr spatanischen Unterkunft brachte.
Am Abend ist der verschlafene Ort mit seinen vielen rot leuchtenden Lampions und den Windlichtern auf dem Wasser ganz bezaubernd. Nach einem kleinen Rundgang durch die Altstadt fanden wir uns auf ein paar Gartenstühlen neben einem chinesischen Grill wieder. Die Zutaten für den Grill, welche auf kleinen Holzspiessen dahinvegetierten, konnte man sich in einer nicht unbedingt sehr hygenischen Kuehltruhe aussuchen. Das Fleisch war zwar lecker, doch was wir letzten Endes assen, wusste niemand von uns so genau.
Nach dem Essen fanden wir uns in einer ungewöhnlichen Bar wieder. Sie erinnerte uns an eine Piratenspielunke, in der wir als einzige Westliche mal wieder die Attraktion des Abends waren. An die dutzenden Blitzlichter von Chinesen haben wir uns mittlerweile schon gewöhnt, und schliesslich wollen wir den treuen Fans auch mal etwas zurückgeben und für sie da sein.
Am darauffolgenden Tag konnten wir dann Xitang auch bei Tageslicht sehen, was ebenfalls sehr beeindruckend war. Dieses Mal erkundeten wir die Stadt auch per Boot durch die vielen Kanäle. Am späten Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Hangzhou, sodass wir noch Abends die Möglichkeit hatten, das Hangzhouer Nachtleben zu beglücken.

Auch wenn ich nun schon seit 3 Monaten hier bin, gibt es immer wieder neue seltsame Eigenschaften zu entdecken. Des öfteren sieht man Chinesen einfach rückwärts durch die Gegend laufen. Nachdem wir von diesen falsch gepolten Menschen relativ viele sahen und sehen, fragten wir einen Kollegen. Dieser klärte uns auf, dass, laut Chinesischer Logik, Rueckwaertslaufen sehr gesund ist, da es die Organe massiert. Solchen Merkwürdigkeiten, wie bei besten Wetter Regenschirme als Sonnenschutz zu benutzen und Strassen mit Wasser zu saeubern, obwohl es aus Kübeln schüttet begegnet man sehr häufig. 

Die Temperaturen sind mittlerweile immer oberhalb der 30Grad Marke. Nach den bereits schweissreichen Wochenende mit 35Grad begann die Woche am Montag mit noch nie gefuehlten 39Grad in Hangzhou und noch immer ist das hergesehnte leise Summen der Klimaanlage bei Bosch wegen cost reduction nicht zu hören. 

Am Dienstag haben Max und ich zwei Kollegen zum Essen eingeladen. Diese empfahlen uns "Drunken Shrimps" zu bestellen, was wir natürlich sofort taten. Schliesslich bekamen wir lebendige, in einer Weinsauce zappelnde Viecher, die man gewöhnlich lebendig verputzt. Um uns kulturell nicht ins Abseits zu schießen, machten wir es den Kollegen sofort nach und nach anfänglichen Zappeln der Tierchen in den Fingern und im Mund, gewöhnten wir uns an das seltsame Mahl und freuen uns auf die nächsten kulinarischen Entdeckungen.

Hier ein kleines Video aus Xitang

Dienstag, 5. Mai 2009

Traumhafte Landschaft, China pur & westliches Frühstück















Die restlichen April Wochenenden haben Max und ich in Hangzhou mit Fussball, einem KTV (Karaoke) Aufenthalt hauptsächlich mit Seelenyoga am Westlake verbracht.
Da natuerlich auch der Tag der Arbeit im kommunistischen China ein Feiertag ist, bot es sich an über den 1.Mai per Flugzeug gen Südwesten Chinas nach Guilin zu fliegen. Unsere Gefährten waren zwei weitere Praktikanten, David ein waschechter Corporate Identity Schwabe und Adrian alias Dr. Zumwinkel, ein geselliger Knabe aus dem Steuerparadies Lichtenstein.

Am Donnerstag wurde also überpünktlich um 16.30Uhr die Arbeit beendet und ein Taxi Richtung Hangzhouer Flughafen geentert. Nach 2 Stunden Flug erreichten wir das stockdunkle und versmogte Guilin. Bereits hier erkannten wir, dass wir uns langsam dem "richtigen" China näherten. Die Strassen waren schmutzig, die Luft stickig, und die Leute nicht gerade wohlhabend. Unser Zimmer im Hostel war spatanisch aber in Ordnung. So wurde der Auftakt des Trips noch mit einer Runde Billiard und Corona Bier im Hostel gewürdigt.

Ziemlich früh morgens fanden wir nach einem sehr guten westlichen Frühstück (fuer chinesische Verhältnisse) relativ schnell einen Bus, der uns in das 1.5 Stunden entfernte Yangshou transportiert. In dieser Gegend Chinas scheint es üblich zu sein, dass der Bus überall anhält, wo gerade jemand ein oder aussteigen möchte. Des Weiteren werden die Reisebusse trotz belegter Sitze weiterhin gefüllt. Die armen aber glücklichen Würstchen, welche keinen Sitzplatz ergattern konnten, sitzen dann die lange holprige Fahrt auf dem Boden des Busses bzw. auf einem Plastikhocker fuer Kinder.

Im schönen und nicht versmogten Yangshou angekommen, sahen wir bereits die traumhafte Kulisse des Li Rivers und den unzähligen Karsthügeln. Das Ziel, der kleine Ort Xingping, war aber noch nicht erreicht. Also wechselten wir in einen Mini-Bus, der ebenfalls mit Chinesen auf dem Boden gefüllt wurde und nach ca. 45min Fahrt auf sehr holprigen Strassen, war der verschlafende Ort erreicht.
Wir hausten in einem sehr kleinen Zimmer mit zu kleinen Betten. Dafuer hatte das Hostel eine super Lage mit einer dementsprechenden Aussicht. Die Bewohner in und rundum Xingping sind sehr arm, richtige Strassen existieren kaum, und jetzt fühlten wir uns alle richtig im Reich der Mitte angekommen. Mit unseren gemieteten klapprigen Strassenfahrraedern, ließen wir uns mit einer kleinen Fähre auf die andere Seite des Fluss bringen. Von dort aus fegten wir entlang des Flusses und seiner traumhaften Landschaft durch unzählige Reisfelder, kleine Dörfer (3-4 Hütten), in denen Hühner vor unseren Augen geköpft wurden und durch das von Bambus und Orangenbäumen gesäumte Dickicht. Schließlich hörte plötzlich der "Weg", den wir genommen hatten, auf, und wir befanden uns an einem kleinen Tempel, der direkt am Eingang einer Höhle lag. Wie die Mönche und die anderen Bewohner dort in ihren sehr einfachen Verhältnissen lebten, war beeindruckend. Die Odyssee per Fahrrad wurde schliesslich in die andere Richtung des Flusses fortgesetzt.

Am Samstag machten wir mit richtigen Mountainbikes und einer chinesischen Führerin eine Tour durch die Landschaft von Yangshou. Auch hier war die Natur malerisch und selbst Monet haette wohl seine Freude daran gehabt, die Impressionen auf einer Leinwand festzuhalten. Wir unterbrachen die Fahrt fuer einen Ausflug per Minibus zu einer riesigen Hoehle. Nach der Fahrt a la Indiana Jones stiegen wir in ein kleines Boot um, das uns langsam in die dunkle Höhle fuhr. Mit zwei Lampen ausgestattet, erkundeten wir vier das riesige dunkle mit Stalagmiten und Stalagtiten übersähte Labyrinth. Wir badeten in heilenden Schlamm und ließen unsere Seele in einem unbeschreiblichen Ambiente in den heissen Quellen der Höhle baumeln.

Danach schwangen wir uns wieder auf unsere Raeder und es ging mit unserer Führerin durch die pardiesische Landschaft zurueck nach Yangshou, wo wir zu Abend aßen und die Stadt noch etwas erkundeten bevor es zurueck nach Xingping ging.

Der Sonntagmorgen begann um 5Uhr früh. Wir wollten den Berg in der Nähe unseres Hostels in Xingping besteigen und den Sonnenaufgang geniessen. Das Hostel war um die Uhrzeit wie ausgestorben. Lediglich das Zirrpen der Grillen hoerte man von draussen. Im Dunklen schlichen wir uns von unserem Zimmer hinunter zum Ausgang. Doch ploetzlich schreckten wir auf. Wir erkannten aufgrund der Dunkelheit nur ein grosses rechteckiges Gebilde vor uns, das am Abend davor noch nicht vorhanden war. Aus dem dunklen Etwas kam ein lautes Rascheln hervor. Als erstes kam uns die Vorstellung eines Hühnerkäfigs in den Sinn, doch lange konnten wir nicht darüber nachdenken. Auf einmal sprang ein Chinese aus dem Gebilde hervor, was sich als eine Bettkonstruktion entpuppte. Ohne langes Zögern sperrte er die Tür des Hostels auf und ließ uns unseren Weg fortsetzen. Wir stapften also in langer Kleidung vor den Mücken geschützt die unzählbaren Stufen hinauf. Die glitschigen sehr alten in den Berg gemeiselten "Treppen" entpuppten sich zu gefährlichen Fallen. Nachdem wir diese tötungsreichen Fallen überwindet hatten, trennten uns nur noch ein paar sehr alte Leitern von dem Gipfel. Aber auch diese Hindernisse wurden uns nicht zum Verhängnis. Die fantastische Aussicht liess das zuvor aufgebrachte Aufwärmtraining vergessen, und so konnten wir zu unserem wesentlichen Training kommen (siehe Video) und nebenbei unsere Augen von der unglaublichen Aussicht betäuben.

Durch das harte Training am fruehen morgen frühstückten wir herzhaft mit westlichen Toast, Butter und Bacon mit traditioneller chinesischer Musik in den alten Gassen Xingpings und genossen die letzten Stunden vor unserem Rückflug in der wohl schönsten Landschaft Chinas mit einer entspannten Bambusflossfahrt ueber den Li River.

Viel Spaß mit folgenden Video