Samstag, 2. Januar 2010

Good morning Vietnam

Mein letzter Trip in Asien ging durch Vietnam. Die Reise begann in der Hauptstadt Hanoi, wo ich meine Familie wieder sah, mit denen ich durch das Land tourte. Die Hauptstadt Hanoi erschien mir als die ärmste und unterentwickelste Hauptstadt eines Landes, die ich bisher gesehen habe. Ärmliche Verhältnisse, schmutzige Straßen, dreckige Luft und nur wenige Sehenswürdigkeiten machen diese Stadt nicht wirklich attraktiv. Deshalb ging auch unser erster Tagesausflug zur „Perfume Pagoda“ am „Perfume Fluss“, ca 2 Stunden entfernt von Hanoi. Mit einem kleinen wackligen Ruderboot ging es auf dem Fluss durch eine Karsthügellandschaft zu den Bergen mit der Pagode. Nach einer kleinen Wanderung und einer Gondelfahrt kamen wir zur Pagode und einer Höhle, in dem Mönche beteten. Die klaren und sauberen Seelen der Mönche, welche so rein sind, dass sie wundervoll duften, gaben dem Fluss und der Pagode den Namen „Perfume Pagode“.

Am nächsten Tag ging es zum größten National Park Vietnams, den Cuc Phuong National Park. Die ca. 4 stündige Fahrt auf wackligen Straßen durch ärmste Dörfer war aufgrund des rasanten Fahrstils besonders für meine Familie, welche die extreme Nicht-Achtung der Straßenverkehrsregeln noch nicht kannten, ein überraschendes Abenteuer. Im Park angekommen erfrischte uns zuerst die klare Luft. das Zwitschern der Vögel im Dschungel war Balsam für die durch Mopeds geplagten Ohren. Doch leider war die Unterkunft im Park das Gegenteil von der guten Landschaft des National Parks. Im Park besuchten wir das „Primary Rescue Center“, in dem vorm Aussterben bedrohte Affen aufgezogen wurden. Außerdem machten wir noch eine kleine Radtour durch den Botanischen Garten des Parks. Der Aufenthalt in der Natur wurde durch eine Wanderung durch den Dschungel abgeschlossen. Bei der Wanderung sahen wir riesige Schmetterlinge, dunkle Höhlen, Lianen, riesige Bäume und andere tropische Pflanzen. Unsere Wanderung führte uns außerdem zu einem 1000 Jahre alten Baum, der neben seinem Alter auch durch seine gigantische Größe beeindruckte.

Von National Park ging es zur Halong Bay. Die Bucht steht zur Wahl der sieben Natur Wunder und ist wohl die Sehenswürdigkeit Vietnams schlechthin. Nach der spärlichen Unterkunft in Cuc Phuong erwartete uns in der Halong Bay unser eigenes Luxussschiff. Mit traumhaften Kabinen und eigener Crew ging es auf die Spuren Jack Sparrows durch das chinesische Meer entlang der vielen Karstinseln. Mit erstklassigem Seafood und bestem Wetter entspannten wir auf unserem Schiff über dem zahlreiche Seeadler kreisten. Wir erkundeten eine gigantische, schön ausgeleuchtete Höhle und kletterten einen Berg für die perfekte Aussicht über der Bucht hinauf. Außerdem fuhren wir mit einem kleinen Boot durch die Fischerdörfer, die durch die Bucht von dem rauen Meer geschützt auf dem Wasser leben. Ein besonders schönes Erlebnis war das Kanu fahren durch die traumhafte Landschaft. Durch die kleine Größe des Bootes konnte man Höhlen durchqueren, hinter denen uns geschützte Seen erwarteten. Die Ruhe, das türkisfarbene Wasser und die unglaubliche beeindruckende Kulisse machten die Halong Bay unvergesslich.

Die Reise wurde dann per Flugzeug fortgesetzt und ging in die alte Hauptstadt Vietnams Hué. Hier besuchten wir die Zitatelle und die Verbotene Stadt, welche nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Beijing gebaut wurde. Allerdings war sie lang nicht so schön und so groß wie diese aber auf jeden Fall einen Besuch trotz der Hitze wert.

Nach den vielen Sehenswürdigkeiten und Städten war es Zeit für den Besuch Hoi Ans, wo wir uns in einem schönen Ressort am Strand einquartierten. Wir genossen die schöne Poollandschaft, den Strand, das Meer, die Palmen und das gute Wetter, bevor wir in die größte Stadt Vietnams Ho Chi Minh City (früher Saigon) flogen. Ho Chi Minh Cty ist im Vergleich zu Hanoi super entwickelt. Es ist um einiges sauberer, gepflegter und westlicher. Alte Kolonialbauten und die Millionen von Mopedfahrern geben der Stadt einen besonderen Charme. In der Millionenmetropole konnte ich ein vorerst letztes Mal das Handeln und damit verbundene günstige Einkaufen genießen. In Ho Chi Minh bot es sich außerdem an einen Ausflug in das Mekong Delta zu unternehmen. Das nach dem Amazonas zweitgrößte Delta der Welt war durch die Labyrinthartigen von Palmengesäumten Kanäle und der wilden Natur und Tierwelt ein schöner Abschluss meines Asienaufenthaltes.

Da meine Kamera auf dem letzten Trip aufgrund des schlechten Stromsystems Vietnams beim Aufladen relativ früh außer Gefecht gesetzt wurde, gibt es leider vorerst kein Video von Vietnam. 

Dienstag, 15. Dezember 2009

Zàijiàn Xianggang



Das zweite Kapitel, mein Semester in Hong Kong (Mandarin: Xianggang), meines Jahres in Asien schließt sich am Samstag. An diesem Tag fliege ich nach Hanoi, Vietnam, wo ich meine Familie wieder sehe und einen letzten zweiwöchigen Trip in Asien machen werde, bevor es zurück ins kalte und graue Deutschland geht. 
Aber bevor es nach Vietnam geht, möchte ich die letzten Wochen in Hong Kong ein bisschen Revue passieren lassen und noch einige Eindrücke Hong Kongs schildern.
Die Wochen in Hong Kong, nach dem Besuch meiner Freundin, wurden mit viel Arbeit der Hong Kong Baptist University gewidmet. Einige Präsentationen, Assignments und Grouppapers mussten fertiggestellt werden. Das stressige daran, war hauptsächlich die Unfähigkeit der Gruppenmitglieder, die meistens zu faul oder zu inkompetent waren, um anständige Präsentationen oder Paper zu erstellen. Dies raubte mir und Fabian einige Nerven und ließen sogar manche graue Haare sprießen. Doch letzten Endes hat es doch irgendwie geklappt, die Sachen zwar nicht perfekt aber rechtzeitig abzugeben. Jetzt stehen die letzten Klausuren noch an bevor das Auslandssemester abgeschlossen werden kann. 
Die Wochenenden zuvor haben wir noch mit einem Besuch in Shenzhen (Mainland China) genossen. Dort quattierten wir uns in einer Suite ein, feierten Abends in einem der vielen Clubs und entspan
nten uns in einem luxuriösen Spa. Außerdem konnte ich endlich wieder richtige chinesische Jioazi essen, von denen die Mitgereisten ebenfalls begeistert waren.
Das letzte richtige Wochenende haben wir dem Restaurant- und Kneipenviertel Soho einen Besuch abgestattet und uns ein leckeres Essen bei einem Mexikaner gegönnt.
Ansonsten habe ich dem Viertel Mongkok noch öfter besucht, um noch einmal in das typische Feeling Hong Kongs mit unzähligen leuchtenden Werbetafeln einzutauchen und natürlich, um etwas zu shoppen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Hong Kong eine wahnsinnig interessante, pulsierende und aufregende Stadt auf "höchschdem Niveau" (Jogi Löw) ist, in der ich mir auch vorstellen kann länger zu leben. Der Lebensstandart in dieser sauberen internationalen Stadt ist mit einer super Infrastruktur, tollen Lage und super Klima einfach perfekt für einen längeren Aufenthalt. Innerhalb einer halben Stunde kann man im Mainland China sein oder am Strand liegen und im Meer baden oder eine Insel um Hong Kong besuchen. Außerdem bietet sich immer mal ein Besuch Macaus, dem Las Vegas Asiens , an, in dem man sein Glück versuchen oder einfach nur die prächtigen Casinos bestaunen kann. 
Doch besonders für Leute in meinem Alter sind die Ausgehmöglichkeiten in Hong Kong sensationell. Mit zwei Partyvierteln "Lang Kwai Fong" und "Wan Chai" schläft diese Stadt nie. Besonders für Frauen ist sie attraktiv, da diese Mittwochs und Donnerstag in den meisten Kneipen Hongkongs umsonst trinken dürfen. Die stilvollen und gepflegten Clubs in "Lang Kwa Fong" sind wie fast al
le asiatischen Zappelbunker mit den deutschen, in denen sich oft Abschaum rumtreibt, kaum zu vergleichen. 
Hong Kong ist also eine Stadt, die auf jeden Fall einen längeren Besuch wert ist und die ich sehr vermissen werde. 
Von links nach rechts: Jannik, Fabian, Ich, Jakob
Abschließend möchte ich mich noch ganz besonders bei meinen Begleitern in dieser tollen Zeit bedanken: meinem Zellengenossen Fabian, dem chilligen Genießer Jannik und der feierwütigen Frankensau Jakob.

Und hier noch ein Video zum Abschied meines Aufenthaltes in Hong Kong.

Sonntag, 29. November 2009

Shibuya, Mangas & Schreine - Tokio, größtes Kaff der Welt

Mitte November sind Fabian und ich in das Land der aufgehenden Sonne, Japan, geflogen. Nach einem langen Flug mit Zwischenstopp im eiskalten Beijing erwartete uns Tokio mit royal blauem Himmel und lachender Sonne. Trotzdem waren die 12°C für uns wärmeverwöhnten Studenten aus Hong Kong mit 24°C Anfang Dezember eine enorme Umstellung.

Unser Hostel befand sich im Viertel Asakusa, das sich nicht gerade im Zentrum der Stadt befand. Deswegen wunderten wir uns zunächst nicht über das ruhige und saubere Viertel. Viele Autos gab es nicht zu sehen, und wenn waren sie extrem leise. Fast alle fahrbaren Untersätze in Tokio sind Hybrid- oder Elektroautos was die Stadt extrem ruhig macht.

Das Zimmer der Unterkunft, war wie die meisten Wohnungen in der größten Stadt der Welt winzig. Das Hostel an sich war sehr sauber und konnte vor allem mit der hoch entwickelten Toilette, die voll elektronisch und mit selbst wärmender Brille durchaus komfortabel waren, überzeugen. Solche stillen Örtchen sind aber in Japan, wie wir nach einiger Zeit fest stellten, völlig normal. 

Innerhalb Tokios bewegten wir uns nur mit der U-Bahn, was aufgrund des riesigen Netzes wirklich einfach und nicht stressig ist. Die meisten Japaner nutzen dieses Verkehrsmittel und allein durch die Nutzung lernt man typische japanische Eigenschaften kennen. Wirklich jeder Japaner sitzt oder steht mit seinem Handy, einer PSP oder Gameboy in der U-Bahn. Eine andere Möglichkeit ist noch das lesen von Manga Heften. Bei beiden Varianten spielt das Alter der Person jedoch keine Rolle. Vom Schüler bis zum Rentner werden die neuesten Technologien genutzt und Manga Hefte gelesen. 

Zunächst verschafften wir uns einen Überblick über die ganze Stadt vom Tokio Tower, der dem Eifelturm nachempfunden ist. Oben auf der Plattform angekommen, sah man ausschließlich Häuser, egal wo das Auge hinblickte. Trotzdem viel eines sofort auf, und zwar, dass Tokio keine richtige und heraus stechende Skyline, wie Hong Kong oder Shanghai hat. Die Häuser waren im Vergleich zu diesen anderen Metropolen kleiner aber dafür an der Masse umso mehr.

Nach dem Tokio Tower besuchten wir noch einige typisch japanische Parks. Zu diesen sind wir beispielsweise gelaufen und keinem von uns wurde aufgrund des leisen Straßenverkehrs und der normalen Menschenmengen bewusst, dass man sich in der größten Stadt der Welt befand.

Das Sightseeing ging an den nächsten Tagen mit den Vierteln Roppongi, Ueno, Shijuku und Akibara weiter. Wir schauten uns das Regierungsviertel, Pagoden, Schreine und japanische Märkte an. Außerdem besuchten wir eines der größten elektronischen Kaufhäuser. Dieser Besuch war anhand der vielen Reklamen, schreienden Verkäufern und überfüllten Regalen eine Überreizung der Sinne. Das Kaufhaus muss man sich praktisch wie einen 10 stöckigen Mediamarkt vorstellen, in dem es gerade irgendein spezielles Angebot gibt.

Am meisten beeindruckte uns allerdings das Viertel Shibuya. Erst hier wurde einem bewusst, dass in Tokio, die meisten Menschen unseres Planeten leben. Shibuya ist geprägt von Leuchtreklamen, die um die Wette blinken und leuchten. Riesige imposante LCD Bildschirme prasseln mit Werbung oder Musikvideos auf einen herab. Unheimlich  ist die Kreuzung in Shibuya, welche die meisten Menschen überqueren. Alle 30 Sekunden, wenn von rot auf grün geschalten wird, überquert eine riesige Menschenmasse diese Kreuzung. Das lustige und krasse ist wirklich, dass sich dieses Spektakel unbegrenzt wiederholt. Shibuya spiegelt also das wieder, was wohl jedem im Kopf ist, der an Tokio denkt.

Insgesamt gefiel uns der Besuch Japans, bei dem wir uns sehr viel angeschaut hatten und auch einige neue und leckere kulinarische Erfahrungen machen durften. 


Donnerstag, 12. November 2009

Traumhaftes Sightseeing & Genuss pur im Venetian

Und wieder sind einige Tage vergangen, und ich werde nur noch etwas mehr als einen Monat in Hong Kong sein, bevor meine Familie mit mir zwei Wochen durch Vietnam tourt und ich dann anschließend Anfang Januar zurück in Deutschland sein werde. 

Ende Oktober kam meine Freundin Angelina aus Deutschland zu Besuch nach Hong Kong. Mit ihr habe ich das erste Mal richtiges Sightseeing in der ehemaligen britischen Kolonie gemacht und erst gemerkt, wie schön diese Stadt wirklich ist, und was sie alles zu bieten hat.

Die Skyline ist natürlich eine besondere Attraktion in Hong Kong. Wir haben sie sowohl von oben vom Hong Kong Peak, auf dem man mit der alten „Peak Tram“ kommt und von unten am Hafen mit der „Star Avenue“ (Walk of Fame von Asien) aus gesehen. Man kann sich kaum daran satt sehen und noch immer, wenn ich sie sehe, beeindruckt die Häuserkette mich. 

Aber Hong Kong hat nicht nur Hochhäuser zu bieten. Inmitten der Häuserschluchten gibt es zwei sehr schöne Parks, den „Hong Kong Park" und den „Zooological and Botanical Park“. Beide sind von den Wolkenkratzern umrammt aber von Lärm und Hektik bekommt man nichts mit. Mit den tropischen Pflanzen und Tieren fühlt man sich schon ein bisschen wie im Dschungel. 

Besonders schön ist es auch einfach durch die Straßen Hong Kongs zu schlender, an Plätzen zu sitzen und die „Locals“ zu beobachten. Vor allem am Sonntag ist schon eine eigene Attraktion die vielen Philippinischen Hausmädchen auf der Straße zu sehen, die sicht dort über ihre Heimat unterhalten und einfach zusammen picknicken.

Die von Leuchtreklamen gesäumten Straßen im Viertel Mongkok auf dem Festland Hong Kongs haben ein eigenes Flair. Hier gibt es viele normale Geschäfte und Restaurants aber wenn man sich etwas von der Hauptstraße entfernt, landet man in den schmalen Gassen, die mit Zeltgeschäften und einfachen Straßenrestaurants gefüllt sind. Hier fühlt man sich schon etwas an „Mainland China“ erinnert.

Ein deutlicher Gegensatz zu dem typischen Hong Kong Viertel Mongkok ist das Restaurantviertel „Soho“ auf Hong Kong Island, welches direkt an den Berg gebaut ist. Durch das Viertel führt für besonders faule Leute eine riesig lange Rolltreppe hinauf zum Berg. In Soho fühlt man sich schon etwas wie in Europa. Überall gibt es Restaurants und Kneipen, die eine Vielzahl von internationalen Getränken und Speisen anbieten. Leider können die Preise auch mit den europäischen locker mithalten. 

Happy Valley ist die Pferderennbahn Hong Kongs und auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie ist eine der größten und umsatzstärksten Pferderennbahnen der Welt und zu sehen, wie Chinesen beim Rennen mitfiebern und teilweise sogar auf ihren Plätzen „mitreiten“ ist eine tolle Erfahrung. 

Aber Hong Kong ist nicht nur eine glitzernde Metropole. In weniger als einer Stunde ist man mit der Fähre bereits auf Lamma Island, die zweitgrößte Insel bei Hong Kong. Auf Lamma kann man auch jetzt noch Mitte November am Strand baden gehen. Auf Lamma wachsen wilde Bananenstauden, es gibt frisches Seafood und der Strand lässt die Hektik Hong Kongs vergessen. Man kann allerdings auch einfach mit dem Bus in kurzer Zeit auf der anderen Seite Hong Kong Islands sein und das mediterane Feeling von Stanley in der Repulse Bay genießen. Auch hier kann man am Strand baden gehen und sich von der Sonne bräunen. 

Eine weitere große Attraktion ist der Big Buddha auf Lantau Island. Zu dem weltgrößten im freien stehenden Buddha kommt man mit einer langen Gondelfahrt. Das riesige religiöse Objekt ist inmitten der Natur sehr beeindruckend. Neben dem Buddha bietet Lantau Island noch den Pfad der Weisheit. Zwar fühle ich mich nicht schlauer, nachdem ich ihn entlang ging, aber trotzdem ist er einen Besuch der wert. 

Neben Hong Kong haben sich Angelina und ich auch einen Besuch in Macao, dem Las Vegas Asiens gekönnt. Hier haben wir uns zunächst ein paar von den „älteren“ Casinos und Hotels angeschaut bevor es auf den neu hochgezogenen und zukünftig wichtigen Cotai Strip zu unserer bescheidenen Unterkunft im Venetian ging. Dieses riesige kitschige Bauwerk, das die Hauptattraktionen Venedigs, selbst die Kanäle, maßstabgetreu nachtgebaut hat, ist mit dem weltgrößten Casino und einer der größten Hotels der Welt total faszinierend und luxuriös. Natürlich haben wir auch die Gelegenheit genutzt etwas zu zocken und sogar ausschließlich gewonnen, was den Aufenthalt dann noch mal krönte. 

Insgesamt waren die Tage in Hong Kong traumhaft und die Zeit hat mir die Stadt noch mal näher gebracht, sodass ich mir durchaus vorstellen könnte, hier mal länger zu leben.

Leider reicht die Zeit für ein Video momentan nicht aus, da ich mich momentan um einige Sachen für die Uni kümmern muss, bevor es am Samstag in die größte Stadt der Welt nach Tokio in das Lande der aufgehenden Sonne, Japan geht.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Leben in Häuserschluchten & Weltrekord in Macao



Mittlerweile studiere ich schon zwei Monate in einer der aufregendsten und meist entwickelten Städte Asiens, Hong Kong. Die Stadt unterscheidet sich komplett von chinesischen Großstädten. Man merkt sofort, dass die Inselaffen ihr Fish&Chips-Händchen in der Verwaltung der Stadt mit drin hatten. Überall findet man auch englische Schilder, und es ist deutlich wahrscheinlicher einen englischsprachigen Asiaten anzutreffen als im Mainland China. Aber auch ansonsten bieten Hong Kong mit seinen vielen Stränden und dutzend umliegenden Inseln einen Menge. Jetzt noch Ende Oktober sind blauer Himmel und Temperaturen von 30°C normal, sodass man selbst die nächsten Wochen noch das klare Meer an den schönen Stränden genießen kann.

In der pulsierenden und nach Singapur saubersten Metropole, in der ich bisher war, ist das Studium um einiges anders als man es in Deutschland bzw. westlichen Ländern gewohnt ist. Das wirkt sich zunächst an den Wohnverhältnissen aus. Platz ist in Hong Kong eine Mangelware. Deswegen hause ich hier mit einem sehr guten Kumpel Fabian, wie alle Austauschstudenten, in der "Stundent Residence Hall". Diese ist in zwei 20-stöckige Tower aufgeteilt. Dort lebe ich mit Fabian in einem winzigen Zimmer, in dem gerade mal Platz für zwei Betten und zwei Schreibtische ist. Das Bad wird sich selbstverständlich mit zwei anderen Asiaten geteilt, die nicht unbedingt die saubersten sind. 
Am Anfang des Studiums erwartete uns eine noch größere Bürokratie als in Deutschland, die man mit einfachen Prozessoptimierungen ändern könnte. Auch nach Vorschlägen bei den betroffenen Stellen änderte sich die lahme Vorgehensweise nicht. Viele chinesische Arbeiter schienen mit Vorschlägen jedoch überfordert zu sein. 

Aber auch die Vorlesungen, die Professoren und die Studenten unterscheiden sich im großen Maße. Nur die wenigsten der Lehrkörper sprechen sehr gutes Englisch und scheinen manchmal selbst mit ihrem Fach überfordert zu sein. Ebenso sind die Unterrichtsmethoden durchaus gewöhnungsbedürftig. Hier wird den Studenten das für China typische "kopieren" bereits in der Universität beigebracht. Eigenes Denken und Innovation, die Slogans der Uni, sind eine einzige Farce. 

So viel zum Studentenleben vorerst, bei dem es mir schwerfällt mich zu gewöhnen. Die Stadt Hong Kong ist jedoch eine Metropole mit der nicht viele mithalten können. Die Skyline ist wohl die beeindruckendste, welche ich bisher gesehen habe. Die Wolkenkratzer in Shanghai, aufgrund ihrer gigantischen Größe und Architektur, sind eine Besonderheit für sich, aber in Hong Kong überwältigt einen die Masse an hoher Bauten, die sich im klaren Meer wiederspiegeln. Da kann selbst die Mutter der Skyline-Cities New York City nicht mithalten. 

Auch das Nachtleben Hong Kongs, welches sich auf zwei Viertel konzentriert ist beeindruckend. Es gibt ein für Europäer typisches Kneipen- und Clubviertel, das ich schon öfters testen und für außergewöhnlich halten durfte. 

Doch neben Hong Kong durfte ich auch schon einige Abstecher in das Glückspiel-Mekka Asiens machen, Macao. Die Stadt hat bereits jetzt Las Vegas im Umsatz und in der Größe überholt. Neben den vielen bekannten Casino-Ketten (MGM, Hard-Rock, Wynne...) gibt es auch das größte Hotel und Casino der Welt, "the Venetian", vor dem man sich wirklich winzig fühlt. 
Doch bisher war einer der spektakulärsten Erfahrungen, die ich in Asien machen durfte, der Bungy-Sprung vom Tower in Macao, der im Guinness Buch der Rekorde als "the world's highest bungy tower" steht. Das Gefühl und der fünf Sekundenlange Fall waren unbeschreiblich. Doch ein Video sagt manchmal mehr als tausend Worte...

Freitag, 9. Oktober 2009

Ein Bad mit Elefanten, Abkühlung unter Wasserfällen & chillen an schneeweißen Stränden

Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung der chinesischen Regierung war die Reise nach Tibet und zum Mount Everest nicht möglich. Plötzlich erlaubte das kommunistische Volk Ausländern nicht mehr nach Tibet zu reisen. Dies mag wahrscheinlich an dem Nationalfeiertag Anfang Oktober liegen, an dem sich die Regierung wohl vor Aufständen und einer objektiven Berichterstattung in Tibet fürchtete. 

Doch neben Tibet gibt es noch weitere Länder und Gebiete in Asien, die einen Ausflug von 12 Tagen wert sind. Kurzfristig entschlossen sich der Schwabe Jannik, der Franke Jakob, der sich als Argentinier fühlende Fabian und ich nach Bangkok zu fliegen. Dort besuchten wir zunächst unsere Kommilitonen Alex und Antonia („der Toni“) bei denen wir Unterschlupf für eine Nacht fanden. Am Abend wurde dann noch das Nachtleben Bangkoks mit einem weiteren, in Bangkok lebenden, Kommilitonen Philip unter die Lupe genommen.

Nach viel zu wenig Schlaf ging es für die vier Gefährten am nächsten Morgen mit dem Bus für 1,20€ in das 2,5 Stunden entfernte Kachanaburi. Wir wohnten dort für 3 Nächte in sehr gemütlichen auf Wasser gebauten Hütten. Am selben Tag der Ankunft gingen wir noch in ein Elefanten-Camp. Nachdem der Regen sich gelegt hatte, ritten wir auf dem stinkenden und wackelnden Hufentier durch die Wälder. Bei diesem Ritt rätselten wir, ob der dermaßen beißende Gestank von dem Rüsseltier oder dem kleinen Thai, der den Elefanten mit gezielten Hieben in den Nacken züchtigte, kommt. Aufgrund des intensiven Geruchs beschlossen wir schließlich mit den Elefanten und deren „Herrchen“ in einem durchaus hochbakteriellen Fluss (von Fabian „Ganges“ getauft) zu baden. Nach einigen Rüsselduschen und plantschen im „Ganges“, in dem sich Fabian nach einem Sturz eine durchaus fragwürdige Entzündung an einer Wunde holte, machten wir uns zurück in unser Campier und genossen das leckere Thaiessen.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Ewaran National Park mit seinen berühmten Wasserfällen. Bevor wir in den insgesamt sieben Wasserfällen baden konnten, mussten wir uns durch den Dschungel und über sehr fragwürdige Pfade gehen, die von Feuerameisen, Gekos und Schlangen bevölkert wurden. Dieses gefährliche Wandern wurde dann schließlich mit Baden in türkisklarem Wasser unter herrlichen Wasserfällen und knabbernden Fischen belohnt. Der Tag wurde schließlich mit einer Zugfahrt durch die „Death Valley“ abgeschlossen.

Am Dienstag ging es zurück nach Bangkok, wo wir Alex einsammelten um mit ihm via Bus und Fähre nach Ko Samui zu reisen. Die Insel gefiel uns aufgrund der vielen Wolken und des großen Tourismus nicht besonders. Deshalb sind wir am darauf folgenden Tag gleich in Richtung Ko Phangan, die Nachbar und Backpackerinsel, aufgebrochen. Das Eiland ist für seine Traumstrände und die exzessiven Fullmoonparties bekannt. Wir wohnten in sehr spartanischen Hütten, die weder komplett geschlossen waren, noch eine Klimaanlage hatten. Der abgelegende weiße Strand, welchen man nur per Boot erreichen konnte, die gelassene Einstellung der Angestellten und der wenigen Touristen und das von Sonne getränkte türkisfarbene Wasser entschädigten jedoch die etwas spärliche Unterkunft, welche uns aufgrund zahlreicher Mückentische durchaus reizte.

Die Tage auf Ko Phangan verbrachten wir mit Seelenyoga am Strand, ein paar Ballspielchen und plantschen im Golf von Thailand. Abends begaben wir uns dann zu den Klippen am Ende des Strandes die mit kleinen Hüttenbars und Restaurants, die nur durch Holzstege verbunden waren an die Piraten im Disneyland bzw. Europapark erinnerten, nur dass dies hier real war. Mit den Fackeln, den Kerzen und der gemütlichen Bauweise der Restaurants dachte man zunächst gar nicht mehr an Party. Doch gut gestärkt von leckerem Essen und Flüssigbrot machten wir uns feierwütig mit einem Boot zum Partystrand, an dem wir noch nie gekannte Parties direkt am Strand erleben durften. Der Thailandtrip wurde schließlich mit der weltbekannten Fullmoonparty, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird, erwürdig beendet. 


Dienstag, 15. September 2009

Wellenreiten auf Bali, reißende Dschungelflüsse & "Nemos" zum Anfassen



Nun komm ich endlich dazu etwas über meine Reise mit Benni und Marc zu schreiben.

Von Shanghai bin ich nach Singapur geflogen, wo ich meine Freiburger Freunde Benni und Marc getroffen habe. Das Wiedersehen wurde selbstverständlich noch am Abend mit einem Besuch von Clarke Quay (dem Partyviertel) Singapurs und einigen Bierchen gefeiert.

Am nächsten Morgen habe ich die zwei vom Jetlack geplagten Freiburger mit Enthusiasmus geweckt und sie zum künstlichen Strand vor Singapur auf Sentosa Island gezerrt. Den Tag verbrachten wir auf dem feinen Sand und im Café del Mar, welches direkt mit Pool am Strand liegt.  

Abends genossen wir dann das ein oder andere alkoholische Getränk mit Uno spielen in unserem Hostel. Das „RucksackIn“ Hostel war das beste Hostel, in dem ich bisher gewesen bin. Nach dem feucht-fröhlichen Uno spielen, wurde schließlich das Nachtleben Singapurs genauer unter die Lupe genommen und für durchaus gut befunden. Nach einer langen Nacht ging es am nächsten Nachmittag zum Flughafen der Löwenstadt, von dem wir uns ins Paradies nach Bali machten.

Auf Bali genossen wir zunächst die Sonne am Traumstrand von Kuta. Im Surferparadies wagten wir uns natürlich auchauf die Bretter und erwischten sogar einige von den riesigen Wellen, auf denen wir reiten konnten. Das Gefühl auf einer Welle geritten zu sein ist unglaublich, und ich kann nur jedem empfehlen, es zu versuchen. Trotzdem ist Kuta nicht unbedingt für Surf-Anfänger aufgrund der riesigen Wellen und der starken Strömung geeignet, was wir am eigenen Leib erfuhren durften und manche von uns wirklich nur knapp dem Tod von der Schippe springen konnten. 

Wir erkundeten auch das Landesinnere Balis. So machten wir eine Rafting-Tour auf einem von Stromschnellen gepeitschten Fluss, der sich durch den Dschungel und entlang Reisterassen schlängelte. Die Landschaft und das klare Flusswasser, das von einer unglaublichen Natur umrahmt wurde, kannte ich bisher nur aus Abenteuerfilmen.

Neben einer Rafting-Tour besichtigten wir noch mehrere Tempel, einen Wald mit heiligen Affen und Flughunden und badeten unter malerischen Wasserfällen. 

Von Bali ging unsere Tour durch Indonesien weiter auf die Nachbarinsel Lombok. Nach einer langen und nervigen Fährenfahrt erreichten wir schließlich unser Stranddomizil mit traumhafter Poolanlage, an der wir die nächsten Tage viel Spaß hatten. Nach einigen Tagen Entspannung vom Freizeitstress machten wir noch einen Trip auf die kleinen Gili-Islands. Dort ließen wir unsere Seele an schneeweißen Stränden und türkisklaren Wasser baumeln und schnorchelten mit kleinen Nemos, Schildkröten und anderen farbreichen Fischen.

Unseren Urlaub beendeten wir wieder am Anfangsort Singapur und genossen ein letztes Mal das Nachtleben Singapurs, bevor Marc und Benni zurück nach Deutschland und ich nach Hong Kong flogen.