Mittwoch, 29. Januar 2014

Macau: Portugal meets Las Vegas


Nach eindrucksreichen Wochen in Myanmar gab es nur wenig Luft zum verschnaufen. Am Wochenende nach meiner Rückkehr nach Hong Kong sollte es nach Macau gehen. Die Stadt am Perlflussdelta besuchte ich nun zum fünften Mal und war gleichzeitig erstaunt, wie rasant sie sich entwickelt. Das 50km von Hong Kong entfernte Las Vegas des Ostens erreicht man mit einem Speedboat innerhalb von weniger als einer Stunde.

St. Pauls Church im alten Teil der Stadt
Im alten Teil der Stadt kann man noch immer zahlreiche portugiesische Kolonialgebäude sehen. Auch die Straßenschilder sind noch immer in Portugiesisch vorhanden, was der Stadt einen eignen Charme verleiht. Doch nach Macau fährt man nicht aufgrund der portugiesischen Gebäude. Die Stadt setzt mittlerweile das Sechsfache von Las Vegas um. Allein von 2011 zu 2012 stiegen die Einnahmen im Glücksspiel um 42%. Dank meiner Reise im letzten Jahr nach Las Vegas habe ich nun auch einen direkten Vergleich. Für mich ist Macau nicht nur was den Umsatz angeht, der amerikanischen Wüstenstadt um einiges Voraus. Die Kasinos und Hotels sind alle neuer, schöner, eleganter und größer als die Kasinos in  Las Vegas. Des Weiteren ist die Infrastruktur  mit Fähren, Flughafen, Shuttlebussen deutlich besser. Die Stadt versucht wirklich so einfach und so schnell wie möglich potenzielle Kunden zu sich zu locken. So kann man neben Hong Kong auch aus den Multi Millionen Metropolen Shenzhen und Guangzhou direkt den Cotai Strip per Fähre innerhalb kürzester Zeit erreichen.

Macau ist in zwei Teile gegliedert. Der ältere Teil und der Stadtkern beherbergen einige Kasinos, Hotels und natürlich den Fernsehturm mit der höchsten Bungee Plattform der Welt, die ich bereits 2009 testen durfte.

Der Cotai Strip mit Four Seasons, Venetian, City of Dreams, Holiday Inn, Sheraton (v.l.n.r.)
Der andere Teil mit dem noch relativ neuen aufgeschütteten Cotai Strip ist wohl der Beginn einer noch nicht dagewesenen Casino Landschaft. 2009 besuchte ich Macau das erste Mal. Damals stand am Cotai Strip lediglich das Four Seasons und das riesige Resort Venetian, das unter anderen auch das größte Kasino der Welt in sich hat. Bereits zwei Jahre später kamen die City of Dreams (mit mehreren Hotels) sowie das gigantische Galaxy Resort hinzu. 2014 sind nun viele weitere Hotels, wie das Sheraton, Hyatt... hinzugekommen. Und man sieht schon die nächsten Baustellen für das „Paris“, „Wynn Palace“ etc.

Camila und ich 
Macau kann was Party und Shows angeht sicherlich noch nicht mit Vegas mithalten, da die meisten westlichen Stars eine Show in Vegas bevorzugen. Aber auch Macau hat mit der „Show of Dancing Water“, mit dem größten Theater der Welt, das acht olympische Swimming Pools voll mit Wasser für jede Show bereithält, einiges zu bieten. Auch sonst fühlt man sich in den  neuen Hotels mit toller Dekoration mehr als wohl. Zum Feiern ist die Wüstenstadt sicher noch besser geeignet. Auch ist das emotionslose Zocken der Chinesen, die ohne mit der Wimper zu zucken Tausende von Euro einfach verprassen, etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist die Glückspielmetropole aber mehr als eine gute Alternative zu Vegas, wenn man auf viele betrunkene Amis verzichten mag. Spätestens in April geht es dann mit meinen Geschwistern zu einem neuen Besuch in das Las Vegas des Ostens. 

Dienstag, 14. Januar 2014

Mingalabar Myanmar

Shwedagon Pagode
Myanmar - das Land, das man auch unter dem Namen Burma kennt, ist ein Land, in dem Menschen einen trotz unglaublicher Armut anlachen, in dem einen eine faszinierende Tempellandschaft, völlig überteuerte Unterkünfte, Stromausfälle, günstiges Essen und schmutzige Füße erwarten. Doch der Reihe nach...

Als ich in der Hauptstadt Rangun oder Yangun ankomme ist es bereits dunkel. Nach dem klimatisierten Flughafen, erwartet mich angenehme sommerliche Luft vergleichbar mit einem deutschen Sommerabend. Als erstes fällt jedoch das Vogelgekreische nach der Ankunft auf. In Hong Kong hört man nur sehr selten Vögel. In Yangon ist das komplette Gegenteil der Fall. Das Gekreische lässt einen noch einmal deutlicher fühlen, dass man in den Tropen ist. Die Taxifahrt zur Unterkunft findet im vergleich zur restlichen Infrastruktur Myanmars auf erstuanlich guten Straßen statt. Da jedoch keine Straßenbeleuchtung vorhanden ist, sieht man immer nur kleine Lichter an den Straßenrändern. Die Lichter gehören zu Garküchen oder auch einfachsten Behausungen welche entweder eine Art von zelt oder minimale Hütten mit improvisierten Wänden aus Pappe oder Stoff sind. Auf dem Boden dieser Hütten sitzen oder liegen oftmals 3-4 Personen dicht aneinandergedrängt. Ab und zu kommt dann ein richtiges Gebäude, welches zur Regierung, Militär gehört oder ein Hotel ist. Je näher ich mich dem Zentrum und auch meiner Unterkunft nähere desto mehr weichen die Hütten größeren Gebäuden. Die entgegen fahrenden Autos blenden einen und mir fällt schließlich auf, dass mein Taxifahrer die ganze Zeit mit Fernlicht unterwegs ist. Das erklärt einiges. Aufgrund der fehlenden Straßen und häuslicher Beleuchtung macht die Stadt keinen freundlichen ersten Eindruck. Als der Taxifahrer dann eine Abkürzung über einen LKW Friedhof zu nehmen scheint, kommt dann auch ein erstes ungutes Gefühl auf. Das weicht aber sofort nach Ankunft im Hotel. Extrem freundliches Personal, ein welcome drink sowie ein großes Zimmer mit Fernseher erwarten mich in der viel zu überteuerten 2 Sterne Unterkunft. Die Preise für Unterkunft und Verkehrsmittel sind in Myanmar in den letzten Jahren aufgrund der steigenden Nachfrage explodiert.

Der nächste Tag, so wie jeder weiterer begingt mit Sonnenschein, nicht zur hoher Luftfeuchtigkeit und somit angenehmes Wetter. Da Inlands Transportmittel vorab nicht zu buchen sind, mache ich mich per Taxi auf den Weg zur einer Travel Agency. Nachdem der Taxifahrer hört, dass ich aus Deutschland komme, schwärmt er mit gebrochenem Englisch vom deutschen Fußball insbesondere dem FC Bayern. Dass die Münchner die Club Weltmeisterschaft gewonnen haben, scheint man auch in Myanmar zu wissen. Auch die deutschen Autos, von denen man keine auf den Straßen sieht, haben es dem Taxifahrer angetan. So gut wie alle Fahrzeuge sind aus zweiter Hand und kommen aus Japan oder China. Es ist immer wieder beeindruckend, dass der FC Bayern mit das erste ist, was Menschen einem in Asien zu Deutschland nennen. Da muss man einmal mehr vor der Arbeit Uli Hoeneß größten Respekt zollen. 

Bei Sonnenschein macht Yangon mit seinen Pagoden, die man nur barfuß, wie auch im Rest des Landes betreten darf, gleich einen viel freundlicheren Eindruck. Es fällt auf, dass die meisten Männer keine Hosen, sondern ein gefaltetes Stück Stoff tragen, den Longyi. Insbesondere bei vielen Männern sieht man rötlich gefärbte Zähne. Die Farbe kommt durch das ständige Kauen von Betel, im Grunde ähnlich wie Kautabak mit gleichen Effekten.
Das ständige Spucken der gekauten roten Paste führt zu vielen roten Flecken auf den Straßen, auf denen ein Mix aus indisch-chinesischer Musik und Gehupe dröhnt.


Kolonialgebäude, das Pflege bedarf
Es fällt schnell auf dass Rangun wirklich die Stadt in Asien mit den meisten erhaltenen Kolonialgebäuden ist. Dennoch sieht man auch, dass das Geld und oder der Wille nicht vorhanden ist die Gebäude zu pflegen. Teilweise müssen sie auch schon neuen Hotels weichen. 
In der Stadt fällt einem schnell auf, dass vielen Frauen eine gelbliche Paste auf Wange und Stirn tragen. Auch in Myanmar besteht das typische asiatische und wahrscheinlich auch gesündere Schönheitsideal von weißer Haut. Die Paste dient also zum Schutz vor der Sonne und soll angeblich diese weißer werden lassen. Unweit einer schönen koloniliaschen Kirche mit einem gepflegten Garten befindet sich der Bogyoke Aung San Markt auf dem im Unterschied zu vielen anderen asiatischen Märkten, die Ware nicht mit lautem Geschrei angepriesen wird. Jedoch schrie während meiner Nächte in Yangon irgend ein Tier extrem laut. Es war ein Geschrei was ich nicht zuordnen konnte und einen trotz tiefen Schlaf oftmals weckte. In der zweiten Nacht konnte ich es schließlich einem Gekko zuordnen, dessen Revier wohl mein Zimmer war. 

Im Sule Paya Tempel lernte ich den jungen lokalen Geschichtsstudent Bee Ay kennen, der sich als Guide etwas dazu verdiente. 
Sule Paya Tempel
Er zeigte mir das "wirkliche" Yangon. Mit Bus und zu Fuß durch Hinterstrassen und "Wohngebiete", die die meisten als Slums bezeichnen würden, klapperten wir die typischen Sehenswürdigkeiten ab. Das Highlight war am Abend die über 2500 Jahre alte Shwedagon Pagode, die mit 98 Metern auf einem kleinen Hügel über der Stadt thront. Die Spitze der Hauptstupa krönt eine Kugel mit über 5000 Diamanten, die Nachts durch die Beleuchtung unterschiedlich funkeln. Umrahmt ist die Stupa von 82 anderen buddhistischen Gebäuden, die dem ganzen Areal einen noch magischeren Glanz geben.Leider scheint mir am Abend meine Kamera kaputt gegangen zu sein, sodass für die weiteren Aufnahmen mein iPhone herhalten musste und somit die Qualität etwas schlechter ist.

Am nächsten Tag brachte mich mein Guide in ein Viertel Yangons, welches die wirkliche Lebensweise der Menschen hier widerspiegelt - Leben im Slum in einfachsten Behausungen.
Mönche beim Mittagessen
Bee Ay wollte mir ein Mönchheim für Waisenkinder zeigen. Dort unterrichtet er Englisch und wollte mir deren Lebensweise gerne näher bringen. Die Verhältnisse waren minimal. Als wir ankamen, roch es etwas modrig. Das Bauwerk war nicht wirklich fertiggestellt, und man wohnte im Rohbau. Die Mönche und Kinder hatten gerade Lunch und luden mich spontan ein. Einfaches und scharfes Essen sowie guten Tee gab es. Nach nur kurzer Zeit bemerkte ich, wie ungelenkig ich bin und, dass das Sitzen auf dem harten Holzboden schmerzhaft wurde. Nach einer kurzen Besichtigung des Heims, wurde einem mal wieder mehr verdeutlicht, wie gut es einem geht. Wenn Bee Ay sein Studium beendet hat, möchte er zurück in sein Dorf im Norden Myanmars gehen, um dort eine Schule aufzubauen und Lehrer zu werden. Er hält sich da ganz klar an die Devise Oliver Kahns. "Was kannst du dem Verein, dem FC Bayern, zurückgeben".


Das nächste Ziel der Reise war Bagan. Zunächst musste die Busstation in Yangon erreicht werden die ca. 1,5h mit dem Taxi außerhalb Yangons ist und einem wie ein Slum in Little India vorkommt. Dennoch war das Personal durchaus organisiert und im "Wartebereich" gab es sogar Wifi. Der Nachtbus verlies dann überpünktlich Yangon. Trotz 12 Grad Außentemperatur lief die Klimaanlage auf Anschlag sodass alle Mitfahrer sich in die angebotenen lila farbenden Decken einwickelten.
Komfortabler Reisebuss
An ausreichend Schlaf in dem durchaus komfortablen Bus war aufgrund oftmaliger Gebetsbeschallung oder burmesischer Musik kaum zu denken. 
Frierend um 6 Uhr morgens erreichte ich dann das stockdunkle Old Bagan. Mit einer Art Riksha ließ ich mich zu meiner Unterkunft bringen. Da  das Zimmer selbst verständlich erst um 12 Uhr bezugsfähig war, wurde nach etwas Schlaf in der Lobby gesucht.

Bagan und dessen Umgebung bietet mit mehr als 4000 Stupas, Pagoden und Tempel, die weltweit größte Ansammlung buddhistischer Anlagen. Zunächst mietete ich mir ein Fahrrad. Der Verleiher war auf die Dreigangschaltung des japanischen Fahrrads extrem stolz und erklärte mir doch tatsächlich, dass ich beim bergauffahren den ersten Gang und sonst den zweiten Gang benutzen sollte. Die meiste Zeit fuhr ich im dritten. Bagan ist in Old und New Bagan geteilt. Entlang der staubigen aber asphaltierten Hauptstraße liegen unzählige Tempel, Stupas und Pagoden, die jeweils durch etwas holprige Seitenwege erreicht werden können. Hier scheint die Zeit noch still zu stehen, und man ist oft alleine an den einzelnen Plätzen. Manche Pagoden kann man durch enge Gänge und mit Taschenlampe bewaffnet hinaufsteigen.
Typische Tempellandschaft in Bagan
Die Anstrengung wird mit einer grandiosen Aussicht über die Landschaft belohnt aus der die vielen Spitzen der buddhistischen Anlagen herausstechen. Einmal mehr fühlt man sich wie ein Entdecker einer vergessenen Welt. 


Von Bagan ging es per Bus weiter nach Mandalay. Die Tagesfahrt war besser und schneller als erwartet. Nur ein paar mal überkam meine Mitfahrer und mich ein ungutes Gefühl als wir eine stillgelegten Bahnbrücke über einen Fluss nahmen oder als die Straße endete und man eine halbe Stunde auf Sand fuhr.

In vielen südostasiatischen Ländern begegnet man dem selben Phänomen. Westliche, meist zwischen 18-30 jährige Selbstfindungsstudenten meinen für ihre Tour durch Kambodscha, Thailand und Co jegliche westliche Kleidungskonventionen abzulegen und laufen entweder die ganze Zeit im gleichen Longyi, oder mit einer einer bunten elefantenbestückten Art von Jogginghose und wirken wie ein Kartoffelsack mit deutscher Kartoffel, französischem Baguette oder sonnenverbranntem Engländer darin. Bestückt sind diese dann mit duzenden Holzketten, die sie sich an irgend einem Touristenstand viel zu teuer erhandelt haben und freuen sich jetzt mit ihrem Longyi und ihrem überteuertem Halsschmuck ein Local zu sein. Dass man jedoch keinen einzigen Einheimischen so herumlaufen sieht, scheint die "backpacker" nicht zu stören. Da freut man sich richtig, wenn man die meist in Reisegruppen auftretenden 30-60 jährigen Touristen sieht, die mit ihrer kompletten Wanderausrüstung von North Face, Columbia etc. gleich den Mount Everest besteigen könnten. Sicher bin ich mit einem Deutschlandtrikot auch nicht das beste Beispiel. Allerdings versuche ich als Top Favorit bei der kommenden WM in Brasilien etwas Patriotismus zu zeigen und Werbung für Jogis Jungs zu machen. Grundsätzlich sollte man sich wohl auch hier eher an die Lehre Buddhas halten und den Mittelweg gehen. 

Mandalay selbst ist die zweitgrößte Stadt Myanmars und nach Bagan eine Enttäuschung. Neben dem Sonnenuntergang auf dem Mandalay Hill und ein paar wenige Tempel hat die Stadt nicht viel zu bieten. Nach einer katastrophalen Unterkunft in Bagan, in der man das Bad aufgrund unglaublichem Schimmelgestank nur eingeschränkt benutzen konnte, kam einem das neue und günstigere 2 Sterne Hotel in Mandalay wie ein Paradies vor.
Irrawaddy River mit "Kindergrippe" rechts unten im Bild
Mit einem Motorrad-Guide wurde die Stadt mit seinen Pagoden, dem Irrawaddy River und dem Mandalay Hill erkundet. Der Motorrad-Guide schien das schnellste Motorrad in Mandalay zu haben. Wir wuselten uns durch den Verkehr, und es wurde im Prinzip alles und jeder überholt. Als er zum Mittag zwei große Bier trinken wollte, bestand ich jedoch darauf, dass er, wenn er mich weiter fahren will, nüchtern bleiben soll, insbesondere bei seinem Fahrstil. Die Armut wurde einem auch in Mandalay ständig vor Augen geführt. Der dreckige Fluss wird noch zum Waschen und Baden genutzt. Meine Unterkunft war eines der wenigen wirklichen Gebäuden, die von den vielen Holzunterkünften umrandet werden. Viele Baumhäuser deutscher Kinder sehen besser aus und bieten mehr Schutz vor den doch teilweise kühlen Nächten im Dezember und Januar.


Nach Mandalay ging es auf einer 11 stündigen nächtlichen serpentinhaften Höllenfahrt per Bus zum Inle Lake. Auch hier wurde der Bus auf gefühlte Null Grad heruntergekühlt, und man war mehr als froh, als man schließlich das Ziel erreicht hatte. Aus Mandalay schien ich dann auch die obligatorische Magen-Darm Krankheit mit zum Inle Lake gebracht zu haben, sodass ich einen kompletten Tag außer Gefecht gesetzt war.
Fischer auf dem Lake Inle
Der Touristenort am Inle Lake ist ein verschlafenes Dörfchen mit sehr angenehmen Klima am Tag. Nachts wird es dagegen sehr kalt, sodass man in den schlecht isolierten Häusern friert. Auf dem für diese Region typischen Long Boat wurde der See und die umliegenden Dörfer erkundet. Die meisten Einwohner am Inle Lake wohnen am oder auf Pfahlbauten über dem Wasser, was durchaus einen romantischen Charakter hat. Allerdings sind die Hütten nur spärlich ausgestattet. Gewaschen wird sich in einem der fielen Kanäle bzw. Seeläufe oder direkt im See. Bekannt für den See sind die vielen Fischer die auf artistische Weise auf einem Bein auf dem winzigen Boot stehen, mit dem anderen Bein das Ruder bewegen und gleichzeitig mit einem Netz oder eine Art riesiger Köcher zu fischen. 

Am Inle Lake sind außerdem einige Langhals-Frauen anzutreffen. Durch verschiedene Ringe um den Hals versuchen diese Frauen einen möglichst langen Hals zu bekommen. Die Zahl der Ringe wird stetig erhöht sodass der Hals tatsächlich um einiges länger als bei anderen Menschen ist.

Am letzten Tag hatte ich mir noch eine andere Unterkunft suchen müssen - das Aquarius Inn. Es war eines der wenigen Hotels, die ihr Geld wirklich wert waren. Große und neue Zimmer mit Balkon ließen einen mit Hilfe des kleinen schönen Garten perfekt entspannen. 

Myanmar hat an der Westküste auch einige Strände zu bieten. Mit einer durchaus fragwürdigen Propellermaschine ging es vom Inle Lake zum Ngapali Beach.
Propeller Maschine zum Ngapali Beach
Fliegen innerhalb dem südostasiatischem Land ist noch abenteuerlich. Einen wirklichen Check-in mit Computern und Gepäckabfertigung gibt es nicht. Hier werden die Namen der Passagiere noch handschriftlich in Notizbücher geschrieben. Es gibt zwar einen "Security Check", aber wahrscheinlich weiß niemand, wie man den Monitor, der das Innere des Gepäcks abbildet, liest. Trotz deutlichem Signalton und zwei großen nicht zu übersehbaren Wasserflaschen, konnte der nächste und finale Raum erreicht werden. 


In Ngapali angekommen, erwarten einen ein paradises her Postkartenstrand, der mit Kokosnusspalmen gesäumt ist. Ein Zimmer in einer kleinen Hütte direkt am Strand ließ einen bei Meeresrauschen einschlafen und aufwachen. Auf einer Terrasse konnte ebenfalls direkt am Strand mit Blick auf den bengalischen Golf gegessen werden.
Postkartenstrand in Ngapali
Unweit meiner Unterkunft gab es ein kleines Dorf mit einigen Restaurants, die abends mit der Beleuchtung unter Sternenhimmel wie bei den Piraten im Europapark aussahen. Am Ngapali Beach ließ es sich also, bevor es über Yangon wieder zurück nach Hong Kong ging, durchaus entspannen und der perfekte Abschluss der Reise. 

Bilder sagen mehr als viele Worte. Impressionen meiner Reise gibt es hier zu sehen oder im nachfolgenden Video.





Myanmar from OliverM on Vimeo.

Freitag, 10. Januar 2014

Heiliger Abend in Hong Kong


Heilig Abend im "King Ludwig"
Wie bereits im letzten Eintrag beschrieben, habe ich den Heiligabend in einem deutschen Restaurant mit Freunden und Camila verbracht. Das Lokal war auch durchaus im deutschen Stil der 70er Jahre eingerichtet und war eine Mischung aus Clubheim und Pilseck.

Zu Essen konnte man entweder eines von drei Menüs wählen oder a la Carte essen. Ich habe mich als einziger für letzteres entschieden und wurde am Ende mehr als beneidet. Die anderen bekamen zwar verschiedene Gänge aber die sehr kleinen Portionen konnten mit meiner Platte verschiedenster Würste mit Kartoffelsalat und Sauerkraut, die für 2-3 Personen ausgelegt war, weder preislich noch geschmacklich mithalten.

Schwarzwälderkirschtorte in Hong Kong
Als Dessert orderte ich final noch patriotisch ein Stück schwarzwälderkirsch-Torte. Was dann kam wurde von allen anderen noch mehr beneidet, da das ein Stück Torte a la Obelix war und eher einem ganzen Kuchen entsprach.  Nachdem alles verputzt und die Maß löwenbräu getrunken war, konnte sich beruhigt zurück gelehnt und der Abend genossen worden. Somit war ich mehr als gestärkt für den am nächsten Tag folgenden Trip nach Myanmar.

Montag, 23. Dezember 2013

Deutschland und Weihnachten in Hong Kong


Effektive Gruppenarbeit an der Uni
Mittlerweile sind auch die letzten Klausuren vorbei und das erste Semester abgeschlossen. Leider ging dieses viel zu schnell vorbei. 

Wie vielleicht schon durch vorherige Berichte zu erkennen ist Hong Kong eine sehr komfortable Stadt. Insbesonders als deutscher Ausländer in Hong Kong kann man hier mit genügend Kleingeld ein sehr angenehmes Leben führen. Im Grunde sieht man alleine mit einem Gang durch den Supermarkt warum Deutschland einen Handelsexportüberschuss hat. Neben original Nürnberger Würsten und Münchner Weißwürsten, findet man „Landliebe Joghurt“, deutsche Gallseife, „Händlmaier Süßer Senf“, Rittersport, Tannenzäpfle Bier... 
Deutscher Joghurt und Pudding im Supermarkt
Das einzige, was einem an den meisten Produkten stört, ist der enorm hohe Preis. Insbesondere ein Einkauf von normaler Wurst für Brötchen oder Brot sowie Käse sind durchaus schmerzlich für den Geldbeutel.

Aber auch andere Produkte aus Deutschland erfreuen sich großer Beliebtheit in Hong Kong. BMW, Audi und Mercedes sieht man hier mehr als oft, was unter anderem auch daran liegen mag, dass Hongkees viel Wert auf Statussymbole legen. Im Grunde gilt alles, was aus Deutschland kommt, als qualitativhochwertig. Deswegen sind viele Hongkees auch oft am meisten beeindruckt, wenn man sagt, das man aus Deutschland kommt. Als wir beispielsweise in einer größeren internationalen Gruppe in einer Bar waren, fragten uns zwei Hongkees woher wir alle sind.
Halbwegs deutsches Frühstück
Es wurde dann der Reihe geantwortet: „Mexiko, Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Indien, Brasilien, Kolumbien, Deutschland“ Sofort wurde unterbrochen: „Deutschland?“ Und der Rest der Leute brauchte gar nicht mehr bezüglich ihrer Herkunft zu antworten, und es wurde sich erst einmal über Deutschland unterhalten.

Aber auch deutsche Weihnachtsprodukte erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Lebkuchenhäuschen, Milka Weihnachtsmänner etc. Um noch etwas mehr weihnachtliche Stimmung zu bringen, habe ich für ein paar Freunde Glühwein zubereitet. Dieser schmeckte sogar noch besser als auf dem Weihnachtsmarkt und wurde sehr positiv aufgenommen. Insgesamt wird hier in der vorweihnachtlichen Zeit einiges aufgefahren. Insbesondere die Mall „Festival Walk“ an meiner Uni ist sehr schön geschmückt. Dort befindet sich ein riesiger (leider künstlicher) sehr schön geschmückter Weihnachtsbaum. Außerdem gibt es ein kleines Weihnachtsdorf mit Holzhütten, die mit künstlichem Schnee verziert sind.
Deutsches Pfefferkuchenhaus
Allerdings frage ich mich noch immer, wieso jegliche Weihnachtsdekoration hier mit Schnee verziert wird, da es in Hong Kong ja nie schneit und die Einwohner ein Weihnachten mit Schnee noch nie gesehen haben. Dies scheint nach Auskunft anderer internationaler Studenten aber überall der Fall zu sein (auch in Mexiko und Kolumbien). Auch sind typische mit schneeverzierte deutsche oder schweizerische Holzhütten Teil der Weihnachtsdeko. Also macht der starke deutsche Export nicht einmal vor dem Weihnachtsfest halt.
Weihnachtsbaum in Mall

Heilig Abend werde ich mit Freunden in einem, wen wundert’s, deutschem Restaurant verbringen. Das Restaurant heißt „König Ludwig“ und im Grunde kann man hier typisch bayrische Küche genießen.
Die Übersetzungen auf der Speisekarte treffen zwar nicht unbedingt immer genau ins Schwarze aber dank Bilder weiß man dann doch, was letzten Endes gemeint ist. Am ersten Weihnachtstag werde ich morgens nach Myanmar reisen. Zwei Wochen geht es von Yangon über Bagan, Mandalay zum Inle Lake. Danach werde ich für weitere zwei Tage zum Ngapali Beach an die Westküste Myanmar reisen, bevor es dann Mitte Januar von Yangon wieder zurück nach Hong Kong geht.

Ich wünsche allen ein frohes und hoffentlich entspanntes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. 

Samstag, 30. November 2013

Cliff-Jumping, Indiana Jones & familiärer Besuch


Nach einer etwas  längeren abstinenten Zeit des Schreibens gibt es wieder einige Neuigkeiten zu berichten. Heute ist bereits der letzte Vorlesungstag des ersten Semesters. So gut wie alle Gruppenarbeiten und Assignments sind erledigt und das erste Exam bereits geschrieben. In weniger als zwei Wochen folgen dann die restlichen Exams und ab dem 20.12 sind dann offiziell Semesterferien.
Seit dieser Woche hat es sich auch mit 17 Grad extrem abgekühlt. Abendliche Temperaturen um 14 Grad ist man nach den vorherigen tropischen Temperaturen nicht mehr gewohnt. Natürlich übertreibe ich nicht gleich wie viele der Hongkees, die sofort mit dicken Stiefeln und Jacken, die wir Europäer nur zum Skifahren anziehen würden durch die Straßen schlendern. 

Ende Oktober wurde jedoch nochmal das Wetter genutzt und eine Wandertour mit Cliff-Jumping an einem Wasserfall, einem natürlichen Süßwasserpool sowie am Beach genutzt. Hierzu mussten jedoch zunächst viele Treppen, holprige Wege durch Büsche sowie einige Schweißperlen bewältigt werden. Die Torturen wurden dann aber wirklich durch den traumhaften natürlichen Pool mit Wasserfall belohnt. Ryan, Mario und ich ließen es uns dann auch nicht nehmen viele male die 7-8m hohe Klippe ins kühle Nass zu springen. Ryan brachte sogar eine Unterwasserkamera mit, die er jedoch beim letzten Sprung des Tages in der Tiefe des Gewässers verlor. Insofern „müssen“ wir wohl, sobald es wieder wärmer wird, noch einmal einige Sprünge absolvieren.

Minion, Indiana Jones, mexikanischer Sträfling & indischer Joker
Ein anderes Event, das Ende Oktober anstand, war natürlich Halloween. Hierfür bin ich zunächst mit Camila in die Pottinger Street in Central, wo man im Prinzip alles für Halloween kaufen kann. Im Grunde könnte man mit den ganzen Accessoires dort den kompletten Europa Park zu Halloween schmücken oder eine eigene Geisterbahn aufmachen. Wir haben dann mit einem Hut und einer Peitsche das günstigste Kostüm gewählt, und ich konnte sogar einen Kindheitstraum erfüllen und war schließlich für ein paar Stunden zumindest Indiana Jones. Am Wochenende vor Halloween haben wir uns dann verkleidet zunächst auf dem Dach einer Freundin getroffen und einige kühle Getränke zu uns genommen. Danach ging es dann in eine Karaoke Bar. Durch meine vorherigen Asienaufenthalte wusste ich, dass Karaoke Bars in Asien meistens riesige Gebäude sind, wo es viele kleinere private Räume gibt. Solch einen Raum haben wir dann auch gemietet, in dem man dann neben einer Karaoke-Maschine, Konsolen und Fernseher hat.

Schüler aus Hogwarts & Kiss
Halloween wird in Hong Kong sehr groß gefeiert und deshalb haben wir es uns nicht nehmen lassen und sind am 31.10 mit neuen Verkleidungen nach Central um den Wahnsinn selbst zu erfahren. Bereits in der U-Bahn Station in Central war so viel los, dass man anstehen musste, um aus der Station zu kommen. So gut wie jeder war verkleidet, und die Kostüme waren wirklich sehr ausgefallen und mit Liebe gemacht. Das Anstehen in der U-Bahn Station setzte sich dann den restlichen Abend fort. Ganz Central war eine einzige riesige Warteschleife, die schließlich in Lan Kwai Fong, dem Partyviertel, endete. Normal braucht man von der U-Bahn Station dorthin um die 10 Minuten.
Joker
An Halloween haben wir ca. 2,5 Stunden gebraucht. Die Straßen wurden so abgesperrt, das man auch gar nicht anders dorthin konnte ohne die vielen Schleifen, wie beim Anstehen in einem Freizeitpark zu drehen. Das langsame Vorankommen war jedoch Teil des Prozesses und wurde nicht als negativ aufgenommen, da man ständig neue ausgefallene Kostüme sah.

First Class nach Shenzhen
Im November ging es dann auch mal kurz für zwei Tage in die nächste Stadt im Mainland China, Shenzhen. Ziel des Trips waren Shopping, Spa und Teppanyaki essen. Mit dem Zug in der ersten Klasse ging es dann von Hong Kong nach Shenzhen. Nach ca. 40 Minuten hatten wir dann die Grenze erreicht. Wir hatten direkt an der Grenze ein super Angebot in einem Best Western Hotel gebucht. An dem Hotel gab es für den Preis wirklich nichts auszusetzen und besonders das Personal war sehr freundlich und sprach super Englisch. Ansonsten sind Englischkenntnisse in Shenzhen eher rar gesät und ich war froh, dass ich noch ein paar chinesische Brocken sprach. Nach einem kurzen Check-in ging es dann direkt auf
Teppanyaki in Shenzhen
Shoppingtour in eine riesige Mall mit neben vielen Fakes auch anderen schönen Produkten. Wer schon mal in China in solchen Malls einkaufen war, weiß, dass das ganze Handeln durchaus anstrengend sein kann. Deswegen war es perfekt, dass wir nachdem wir unsere Waren zurück ins Hotel brachten direkt ins Spa fuhren. Wie in China üblich gibt es in solchen Spas neben Jacuzzis, Saunas auch einen großen Aufenthaltsraum, wo man das all you can eat Angebot von Früchten und Eis sowie Softdrinks auf einen der zahlreichen Sesseln mit seinem persönlichen Fernseher genießen kann. Nach einer 90 minütigen Öl-Thaimassage, einer 45 minütigen Fußmassage und nach dem Nutzen einiger Facilities ging es mit umgerechnet 33 € weniger zum Teppanyaki Dinner. Teppanyaki ist eine japanische Koch Art, indem ein persönlicher Koch vor einem die gewählten Speisen direkt zu bereitet. Auch hier haben wir das all you can eat und all you can drink Angebot mit vorzüglichem Essen und gutem Sake für 18€ pro Person genossen. Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Hong Kong und alle Ziele wurden erfüllt.

In der bisherigen Zeit in Hong Kong ist mir aufgefallen, wie sehr mittlerweile der deutsche Fußball im Ausland beliebt ist. Viele meiner Kommilitonen bewundern die deutsche Spielweise der Nationalmannschaft und den aktuellen Erfolg von Dortmund und Bayern. Aber auch auf den Straßen bemerkt den Einfluss der neuen deutschen Fußballgeneration. Des Öfteren sieht man Trikots oder Jacken der Nationalmannschaft aber auch von Bayern und dem BVB.

Big Buddha
Im November kam mich mein Vater für einen kurzen Aufenthalt in Hong Kong besuchen. Da die Zeit sehr knapp war, haben wir an einem Tag ein intensives Sightseeing Programm absolviert. Mit blauem Himmel und Sonnenschein starteten wir den Tag auf Lantau Island, fuhren mit einer Gondel ins Dorf Ngong Ping und statteten dem Big Buddha einen Besuch ab. Danach ging es zum Mittagessen nach Central ins Viertel Soho. Nach einem thailändischem Pad Thai mit einem Singha schlenderten wir weiter durch Central und schauten uns noch  kurz die St John’s Cathedral an bevor es mit der Peak Tram auf den Victoria’s Peak ging. Der Victoria’s Peak ist der höchste Berg Hong Kongs. Von ihm hat man eine grandiose Aussicht auf den Victoria Harbor und Kowloon. Abends haben wir uns dann noch die Symphony of Lights auf der Kowloon Seite angeschaut. Hier genießt man den Blick auf Hong Kong Island und die wahrscheinlich beeindruckendste Skyline der Welt. Jeden Abend um 20 Uhr wird hier eine ca. 15 minütige Lichtershow geboten, bei denen die Hochhäuser unterschiedlich in Szene gesetzt werden. Mit
Blick vom Victoria's Peak
einem Teppanyaki Dinner und ein paar Cocktails in einer Rooftop Bar mit Blick auf den Victoria Harbor und Hong Kong Island haben wir schließlich den Tag ausklingen lassen.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Alltägliche Phänomene in Hong Kong

Trotz einer gewissen Vertrautheit mit der Metropole, überrascht Hong Kong und seine Einwohner einen immer wieder. Grundsätzlich sind hier Haustiere aufgrund des geringen Platzes eher selten. Dennoch gibt es einige „Hongkee“, die einen Hund als Haustier haben. Allerdings werden die Hunde nicht Gassi geführt, sondern wie Babys mit Hilfe eines Buggies gefahren. So ist es nicht ungewöhnlich Kinderwagen zu sehen und dann anstatt eines Kindes einen Hund darin sitzend zu sehen. Nach Rückfrage bei einer Local begründete sie dieses Phänomen damit, dass nur für die „alten“ Hunde die Wägelchen genutzt werden.
Hundebuggy
Onlineshop für Hundebuggies
 Aufgrund der relativ großen Anzahl von Hundebuggies, dürfte Hong Kong das weltweit größte Hunde-Altersheim sein. Es ist immer wieder erstaunlich, dass auch hierfür einen eigenen Markt gibt.
Eine andere fragwürdige Eigenart ist, dass Hongkees trotz einer Außentemperatur von 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von über 90% zu kurzen Hosen und T-Shirt Winterstiefel von Timberland und anderen Marken tragen. Was für ein Biotop dabei in den Schuhen entsteht, möchte man nicht wirklich wissen.
Außerdem stellte ich fest, dass McDonald’s eine interessante Preispolitik in Hong Kong verfolgt, sodass unterschiedliche Preise für gleiche Produkte innerhalb Hong Kongs gelten. So kostet beispielsweise ein Big Mac Menü im McDonald’s in der Nähe meiner Wohnung 21 HKD (ca. 2€). Im eher „fancy“ Viertel Central kann dagegen ein Big Mac Menü auch mal 30 HKD kosten.
Letzten Samstag konnte ich neben einem herrlichen all you can eat Korean BBQ auch ein paar Getränke in einer Bar mit Live Musik genießen. Vor der Band gab es eine Tanzfläche, die auch, wie ich nach mehrmaligen Besuchen feststellen durfte, heftig genutzt wird. Interessant war jedoch hier bei das Schild an der Wand bei der Tanzfläche...
Tanzverbot auf Tanzfläche?
Nachdem ich mich für das Studium eingeschrieben hatte, hatte ich einen Antrag für eine ermäßigte Fahrkarte für das Benutzen der öffentlichen Transportmittel gestellt. Grundsätzlich werden für U-Bahn und Co sogenannte Octopus Karten genutzt, auf die man einen Betrag einzahlt. Mit der Octopus Karte kann man außerdem in vielen Geschäften und Restaurants bezahlen, was durchaus angenehm ist. Nachdem ich zunächst eine temporäre Student Octopus Karte hatte, mit der ich nur 50% des regelmäßigen Preises für die öffentlichen Transportmittel zahlen musste, erfuhr ich nun, dass man mit 26 Jahren leider zu alt für diese Karte ist, und ich nun, trotz Studentenstatus, leider wieder den vollen Preis bezahlen muss.

Es gibt jedoch auch durchaus sehr angenehme Phänomene. Nicht nur das Einkaufen ist aufgrund der täglich lang geöffneten Geschäfte „convenient“, sondern auch Behörden arbeiten extrem effizient. Seit kurzem bin ich Besitzer einer Hong Kong ID. Die Beantragung hierfür war ein Beispiel für unbürokratische Effizienz, von der sich die deutschen Behörden eine große Scheibe abschneiden könnten. Zunächst bucht man übers Internet eine Uhrzeit in der man seinen Antrag abgeben will. Innerhalb von 10 min wurde dann der Antrag zunächst von einer Mitarbeiterin überprüft, ein Foto gemacht und Fingerabdrücke genommen. Danach gab es noch von der Immigration Police ein paar Fragen, und schon war alles fertig. Eine Woche später konnte ich dann die kreditkartengroße ID abholen.
Obwohl ich die Student Octopus Karte wieder abgeben musste, bin ich ein großer Fan der öffentlichen Transportmittel Hong Kongs. Ich habe bisher noch keine Stadt erlebt, deren System so effizient und gut vernetzt ist. Höchstens Singapur kann hier mithalten. Mit U-Bahn, Bussen, Minibussen, Trams oder Fähren kann man wirklich jeden Winkel der Stadt in relativ kurzer Zeit erreichen. Wenn man sich dagegen die Zeit und die Preise deutscher Verkehrs AGs anschaut, kann mur nur mit dem Kopf schütteln. Ansonsten standen die letzten Tage eher im Fokus „Work“. Neben diversen Gruppen- und Hausarbeiten stehen nächste Woche auch die ersten mid-term exams an. Besonders die Gruppenarbeiten haben aufgrund unterschiedlicher Erwartungen und Qualitätsstandards einige Nerven gekostet.