Mittwoch, 9. Oktober 2013

Alltägliche Phänomene in Hong Kong

Trotz einer gewissen Vertrautheit mit der Metropole, überrascht Hong Kong und seine Einwohner einen immer wieder. Grundsätzlich sind hier Haustiere aufgrund des geringen Platzes eher selten. Dennoch gibt es einige „Hongkee“, die einen Hund als Haustier haben. Allerdings werden die Hunde nicht Gassi geführt, sondern wie Babys mit Hilfe eines Buggies gefahren. So ist es nicht ungewöhnlich Kinderwagen zu sehen und dann anstatt eines Kindes einen Hund darin sitzend zu sehen. Nach Rückfrage bei einer Local begründete sie dieses Phänomen damit, dass nur für die „alten“ Hunde die Wägelchen genutzt werden.
Hundebuggy
Onlineshop für Hundebuggies
 Aufgrund der relativ großen Anzahl von Hundebuggies, dürfte Hong Kong das weltweit größte Hunde-Altersheim sein. Es ist immer wieder erstaunlich, dass auch hierfür einen eigenen Markt gibt.
Eine andere fragwürdige Eigenart ist, dass Hongkees trotz einer Außentemperatur von 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von über 90% zu kurzen Hosen und T-Shirt Winterstiefel von Timberland und anderen Marken tragen. Was für ein Biotop dabei in den Schuhen entsteht, möchte man nicht wirklich wissen.
Außerdem stellte ich fest, dass McDonald’s eine interessante Preispolitik in Hong Kong verfolgt, sodass unterschiedliche Preise für gleiche Produkte innerhalb Hong Kongs gelten. So kostet beispielsweise ein Big Mac Menü im McDonald’s in der Nähe meiner Wohnung 21 HKD (ca. 2€). Im eher „fancy“ Viertel Central kann dagegen ein Big Mac Menü auch mal 30 HKD kosten.
Letzten Samstag konnte ich neben einem herrlichen all you can eat Korean BBQ auch ein paar Getränke in einer Bar mit Live Musik genießen. Vor der Band gab es eine Tanzfläche, die auch, wie ich nach mehrmaligen Besuchen feststellen durfte, heftig genutzt wird. Interessant war jedoch hier bei das Schild an der Wand bei der Tanzfläche...
Tanzverbot auf Tanzfläche?
Nachdem ich mich für das Studium eingeschrieben hatte, hatte ich einen Antrag für eine ermäßigte Fahrkarte für das Benutzen der öffentlichen Transportmittel gestellt. Grundsätzlich werden für U-Bahn und Co sogenannte Octopus Karten genutzt, auf die man einen Betrag einzahlt. Mit der Octopus Karte kann man außerdem in vielen Geschäften und Restaurants bezahlen, was durchaus angenehm ist. Nachdem ich zunächst eine temporäre Student Octopus Karte hatte, mit der ich nur 50% des regelmäßigen Preises für die öffentlichen Transportmittel zahlen musste, erfuhr ich nun, dass man mit 26 Jahren leider zu alt für diese Karte ist, und ich nun, trotz Studentenstatus, leider wieder den vollen Preis bezahlen muss.

Es gibt jedoch auch durchaus sehr angenehme Phänomene. Nicht nur das Einkaufen ist aufgrund der täglich lang geöffneten Geschäfte „convenient“, sondern auch Behörden arbeiten extrem effizient. Seit kurzem bin ich Besitzer einer Hong Kong ID. Die Beantragung hierfür war ein Beispiel für unbürokratische Effizienz, von der sich die deutschen Behörden eine große Scheibe abschneiden könnten. Zunächst bucht man übers Internet eine Uhrzeit in der man seinen Antrag abgeben will. Innerhalb von 10 min wurde dann der Antrag zunächst von einer Mitarbeiterin überprüft, ein Foto gemacht und Fingerabdrücke genommen. Danach gab es noch von der Immigration Police ein paar Fragen, und schon war alles fertig. Eine Woche später konnte ich dann die kreditkartengroße ID abholen.
Obwohl ich die Student Octopus Karte wieder abgeben musste, bin ich ein großer Fan der öffentlichen Transportmittel Hong Kongs. Ich habe bisher noch keine Stadt erlebt, deren System so effizient und gut vernetzt ist. Höchstens Singapur kann hier mithalten. Mit U-Bahn, Bussen, Minibussen, Trams oder Fähren kann man wirklich jeden Winkel der Stadt in relativ kurzer Zeit erreichen. Wenn man sich dagegen die Zeit und die Preise deutscher Verkehrs AGs anschaut, kann mur nur mit dem Kopf schütteln. Ansonsten standen die letzten Tage eher im Fokus „Work“. Neben diversen Gruppen- und Hausarbeiten stehen nächste Woche auch die ersten mid-term exams an. Besonders die Gruppenarbeiten haben aufgrund unterschiedlicher Erwartungen und Qualitätsstandards einige Nerven gekostet.

Dienstag, 24. September 2013

The Bright Side of Life in Hong Kong


Die ersten Wochen in Hong Kong haben sich leider dem Tempo der Metropole angepasst und sind viel zu schnell vergangen. Das Studium ist mittlerweile im vollen Gange und neben den Vorlesungen stehen zahlreiche Assignments und Group Projects an. Als großer Fan einer geordneten Work-Life Balance blieb jedoch noch genug Zeit Hong Kong weiter zu erkunden. Das Thema „Work“ wird jetzt an dieser Stelle etwas vernachlässigt und sich mehr auf das Thema „Life“ konzentriert.

Ryan, Camila und ich
Letzteres begann mit einer Boat Party, zu der mich mein Kommilitone Ryan (Hong Kong Local) eingeladen hat. Mit dabei war noch meine kolumbianische Kommilitonin Camila. An einem sonnigen Sonntag mit königsblauem Himmel begann der Ausflug um 10 Uhr morgens in Sai Kung, ein Viertel Hong Kongs, direkt am Meer, welches bekannt für sein Seafood und die nahe gelegenen Wandermöglichkeiten und nicht überfüllten Strände ist. Nachdem sich schließlich die 45 geladenen Gäste zusammengefunden hatten, ging es darum unser Boot für den Tagesausflug zu identifizieren. Da wir nicht die einzige Gruppe an diesem Tag waren, und sich die verschiedenen Boote praktisch nur so am Pier drängelten, war diese Aufgabe gar nicht so einfach. Es stellte sich schließlich heraus, dass wir das größte aller Boote (in diesem Fall eher ein Schiff) hatten. Insgesamt bestand das Boot aus drei Decks. Zur Ausstattung gehörten neben zwei Wasserrutschen, ein Karaoke Raum, eine Bar, ein Majong/ Poker Raum, ein Sprungbrett und ein Sonnendeck mit zahlreichen Liegen. Der Tag begann also vielsprechend. Mit zwei Kühlschränken voller Getränke, die natürlich mit dem Essen inklusive waren, schipperte der schwimmende Spielplatz zwischen den zahlreichen Inseln Hong Kongs entlang, bis er schließlich in einer Bucht ankerte. Der Rest des Tages wurde dann mit Schwimmen, Wakeboarden, Kajak fahren, Essen und Trinken verbracht. Mit dem Sonnenuntergang ging es dann wieder zurück nach Sai Kung, wo ich feststellte, dass die Zeit hier gerne so weitergehen kann.


Und im Prinzip ging es auch so weiter...mittlerweile habe ich mich auch in meiner WG gut eingelebt und zu einer neuen WG darf eine dementsprechende Feier natürlich nicht fehlen. Die für Hong Kong Verhältnisse doch relativ große aber dafür sehr günstige Wohnung wurde dann auch fast an ihr Limit gebracht.
Blick aus dem Fenster meiner Mitbewohnerinnen
Es bleibt noch zu erwähnen, dass es in dem Stockwerk unserer Wohnung ein Bermuda Dreieck wie in der Serie „How I met your mother“ gibt. Nur unser Bermuda Dreieck funktioniert wirklich. Es befindet sich im Treppenhaus, das man natürlich aufgrund des 12. Stocks eher nicht nutzt. Wir konnten dort schon ein komplettes Bett, eine Matratze oder auch einen Schrank abladen. Alles war innerhalb eines Tages verschwunden und hatte einen neuen Besitzer gefunden. Andersherum funktioniert es allerdings auch. Meine Mitbewohnerin Cansu hat vor kurzen einen Miniaturtischkicker entdeckt und eingesammelt.

Da letzte Woche das Mid-Autumn Festival in vielen Ländern Asiens gefeiert wurde, fanden am Donnerstag und Freitag keine Vorlesungen statt. Während dieser Zeit werden besonders gerne die bekannten „Mooncakes“ verschenkt, die zumindest mir und auch den meisten anderen westlichen Freunden überhaupt nicht schmecken. Trotzdem wollte ich mir die Feierlichkeiten mit ein paar Kommilitonen im Victoria’s Park und im umliegenden Viertel nicht entgehen lassen. Die lokalen Kinder tragen ähnlich wie in Deutschland an St. Martin Laternen in ihren Händen. Allerdings sind diese Laternen nicht so traditionell und so schön wie in Deutschland und werden auch nicht in liebevoller Arbeit mit Mama zusammen gebastelt, wie man auf weiter unten folgendem Bild unschwer erkennen kann. Aber diese Kinder wissen  gar nicht, was ihnen entgeht, wenn man seine selbstgebastelte Laterne durch die Straßen voller Stolz mit einem Teelicht trägt und eine Mutter einen voller Sorge vor potenziellen Abfackeln der Laterne beobachtet.
Fast schon etwas traurig: Aufblasbare Laterne
Der Victoria's Park war voll mit Lampions und vielen anderen toll geschmückten leuchtenden Objekten, wie z.B. lebensgroße leuchtende Tiere. Alles funkelte oder erstrahlte und trotz der riesigen dichten Menschenmengen und der tropischen Hitze, konnte man die Atmosphäre und die Farbenpracht durchaus genießen. Da die angekündigten Drachen erst gegen 23 Uhr im Victorias Park erscheinen sollten, versuchten wir die Drachen während ihres Marschs durch die umliegenden Straßen zu „fangen“. Das umliegende Viertel „Tin Hau“ war mit Fahnen und Lampions geschmückt und überall positionierten sich bereits Leute und warteten auf die Drachen. Ich erwartete im Grunde eine Art Drachen aus Stoff, in dem sich 4-5 Leute befanden und dieses Stoffgeflecht trugen. Ich wurde eines anderen belehrt. Den Kopf des Drachen trugen allein ca. vier schreiende Menschen und schwenkten ihn wild durch die Straßen. Der dahinter kommende Schwanz des Drachen war ein riesiges langes Geflecht, das mit Räucherstäbchen bestückt war und von dutzenden ebenfalls grölenden Leuten getragen und ebenso wild wie der Kopf geschwenkt wurde. Diese wilde Choreographie, die Räucherstäbchen und zusätzliches Getrommel anderer Begleiter des Drachen ließen das Urwesen in den engen Gassen des Viertels wirklich zum Leben erwecken.

Für Freitag war dann ein deluxes BBQ mit Ryan, Camila und noch vier deutschen Austauschstudenten am Strand geplant. Hierfür begaben wir uns erst mal auf Shopping Tour im eher westlichen Supermarkt „Taste“. Es wurden keine Kosten gescheut, sodass wir sogar am Ende Nürnberger Würstchen kauften. Jedoch schauten alle etwas verwundert als ich grünen Spargel und Bacon in den Einkaufswagen gelegt hatte. Dieses leckere Kombination lernte ich bei meinem Urlaub in San Diego bei meinem guten Freund Fabian im März kennen und mehr als zu schätzen.
Mit dem weißten Audi Q5 von Ryan ging es dann zum relativ abgelegenen Strand mit den BBQ Plätzen. Auf dem Weg dorthin sahen wir auch einige freilaufende Kühe, die einem etwas ein Alpengefühl vermittelten,
Nachdem die Kohle glühte und die ersten Bissen getan wurden, kamen die Nürnberger Würstchen bei Camila und Ryan besonders gut an. Jedoch wurden die kleinen Bruzzler dann gnadenlos von meinem in Bacon gewickelten Spargel geschlagen.
Deutsches BBQ an einem Strand Hong Kongs
Alle waren von diesem „fancy food“ sehr beeindruckt. Im Prinzip lässt sich der ganze Tag wie folgt zusammenfassen: Essen, Trinken, im Meer schwimmen, Essen, Trinken, im Meer Planschen, Essen, Trinken und Lagerfeuer am Strand. So stellt man sich ein Masterstudium vor.

Aber auch der Samstag sollte genutzt werden. Hierfür ging es per Minibus, welche überall in Hong Kong herumfahren, nach Sai Kung. Nach einem thailändischem Mittagessen mit unter anderem gutem Pad Thai, was mich stark an die zwei Wochen Thailand mit meinen Nürnberger Kommilitonen erinnerte, ging es per Taxi für ca. 20 Minuten weiter in die Natur Hong Kongs. Schließlich kamen wir zu einem Staudamm an dem die Straße endete. Nun standen ca. 20 – 30 Minuten Wandern auf dem Programm. Anfangs kreuzten auch hier Kühe unseren Weg. Nachdem der erste Aufstieg geschafft und ca. 2 Liter Wasser verschwitzt wurden, wurde die Tortur auch sofort mit einem sensationellem Ausblick auf unser Ziel, einem weißen, fast einsamen Strand belohnt.
Traumhafter Blick nach intensivem Aufstieg
Der Abstieg zum Strand und die Vorfreude auf eine Erfrischung in den hohen Wellen ließen den Weg schnell hinter sich bringen. Der zuvor gewonnene Eindruck von oben bestätigte sich schließlich. Ich entdeckte Hong Kong von einer neuen völlig naturbehaften Seite. Es ist wirklich unglaublich, dass man innerhalb von ca. 30 bis 45 Minuten von einer pulsierenden völlig überfüllten Metropole durch die Einsamkeit wandern und an einem weißen Strand das Leben genießen kann. Für zusätzlichen Spaß sorgten die extrem hohen Wellen, die sich wahrscheinlich aufgrund des anstehenden Taifuns zu riesigen Wänden auftürmten.
Glücklicherweise richte der bisher stärkste Taifun dieses Jahres in Hong Kong keine größeren Schäden an. Die Windstärke und der Regen von Sonntag Nacht auf Montag Morgen waren auf jeden Fall beeindruckend. Der Taifun wurde mit einer 8 auf einer Skala von maximal 10 Stufen gewertet. Dies hatte zur Folge, dass am Montag die Vorlesungen ausfilen, was mir nicht wirklich gelegen kam. Der verpasste Stoff wird nun an einem Samstag und am Chinese National Day (einem Feiertag) nachgeholt.

Meine Zeit hier in Asien weiß ich bisher mehr als zu schätzen. Ich nehme die Erfahrungen nun, aufgrund der doch etwas wenig freizeitbehafteten Zeit in Düsseldorf, viel intensiver als damals während meines Bachelor Studiums war und versuche jeden Augenblick zu genießen. Da man sich sehr schnell an das Leben hier gewöhnt, versuche ich mir zumindest mindestens einmal pro Tag bewusst zu werden, was für ein Privileg diese Zeit und diese Erfahrungen mal wieder sind.

Das folgende Video hat wie die oberen Beschreibungen den „Life“ Teil meiner Zeit hier in Hong Kong im Fokus.



Hong Kong - September 2013...so far from OliverM on Vimeo.

Donnerstag, 5. September 2013

Back to Asia


Victoria Harbour

Nach einem Urlaub in 2012 in Shanghai und Yunnan in China steht nun wieder ein längerer Aufenthalt im fernen Osten auf dem Programm. Mit Vietnam Airlines ging es schließlich über Ho Chi Minh City nach Hong Kong.

Bei dem dreistündigen Aufenthalt am Flughafen in Vietnam gab es dann die erste Bestätigung von Vorurteilen gegenüber Asiaten, die sich über die Jahre aufgebaut haben. Bei der Fahrt mit der Rolltreppe hinunter zum Gate brachte es tatsächlich eine Dame fertig nicht den Fuß wie gewohnt am Ende der Rolltreppe leicht anzuheben, sodass sie erst mal ordentlich den Boden küsste und natürlich Ihren männlichen Begleiter gleich mitriss. Während dieser Szene  befand ich mich circa fünf Reihen hinter den leichtfüßigen Opfern und ahnte schon, dass die Herrschaften vor mir nicht die schnellsten im Schalten sein werden. Deshalb purzelten die völlig überforderten armen Teufel vor mir übereinander, wie eine Ansammlung von Dominosteinen und bildeten einen wachsenden und quiekenden Haufen Elend. Ich brüllte derweil von hinten, dass sie doch bitte den Notschaltknopf an der Seite am Ende der Rolltreppe betätigen sollten. Dies schien jedoch zu viel des Guten, sodass ich schließlich über den Haufen sprang und mit Drücken des Knopfes dem bunten Treiben vorerst ein Ende bereitete. Mit Hilfe einer Airlineangestellten konnten wir dann schließlich den Haufen auflösen und gen Hong Kong aufbrechen.

Kurz nach der Ankunft in Hong Kong habe ich mich mit meinen zukünftigen Mitbewohnern (Daniela und Cansu) getroffen, um einige Dinge bei IKEA zu kaufen. Da mein Zimmer nicht möbliert ist, habe ich mich mit den nötigsten Dingen und den billigsten Versionen davon eingedeckt. IKEA befand sich nicht wie in Deutschland in einer riesigen blauen Halle, sondern in einem Hochhaus, in denen einige Stockwerke von IKEA angemietet wurden, auf denen man durch die gewohnten Verkaufsflächen laufen konnte. Die gewünschten Möbel werden dann bei einem Mitarbeiter bestellt und zu einem vereinbarten Termin nach Hause geliefert, da auch nur die wenigsten Einwohner in Hong Kong ein eigenes Auto haben.

Die erste Woche habe ich in einem Hotel im Viertel Yau Ma Tei gewohnt, in dem sich auch meine zukünftige Wohnung befindet. Die ersten Tage wurden dann hauptsächlich mit Flanieren verbracht. Trotz Kenntnis der Stadt verwundern einen noch immer die Menschenmassen, die durch die Straßen und Einkaufszentren zu jeder Tageszeit unter den unzähligen Neonreklamen strömen und Opfer des Konsums sind. Negativ wirkt sich an dieser Stelle die Verbreitung des Smartphones aus, da eine sehr große Anzahl von Menschen das Laufen und ihre Aktivitäten auf dem Handy kombinieren, was bei der hohen Frequenz von Passanten auf Bürgersteigen zum einen die Fließgeschwindigkeit drastisch reduziert und des Öfteren zu Zusammenstößen führt.

Ein abendlicher Besuch im Stadtteil Tsim Sha Tsui mit Blick auf den hell erleuchteten Victoria Harbour durfte natürlich in der ersten Woche auch nicht fehlen. Die Skyline Hong Kongs, was wörtlich übersetzt duftender Hafen bedeutet, ist immer wieder beeindruckend. Der frische Wind, die vorbeifahrenden Schiffe und die sich im Meer spiegelnden Lichter der Hochhäuser lösen bei mir immer noch Gänsehaut aus. Mit Hilfe eines iPods und Musik kann man dann auch die kontinuierliche Beschallung anderer Touristen ausblenden.

Hong Kong City University 
 Ebenfalls in der ersten Woche gab es zwei Orientationsprogramme der Universität, zum einen ein programmspezielles sowie ein allgemeines. In meinem Programm nehmen insgesamt 100 Studenten teil, von denen 10 internationaler Herkunft und 40 lokaler Herkunft sind. Der Rest stammt aus Mainland China. Ansonsten macht die Universität einen guten ersten Eindruck, was unter anderem mit diversen Sportmöglichkeiten, wie Gym, Klettern, Squash, Golf, Badminton.... zusammenhängt. Etwas amüsant ist, dass man über eine Rolltreppe aus einer Shopping-Mall in die Universität gelangt. Ob das mit dem Anregen der Binnenkonjunktur zu tun hat, weiß ich jedoch an dieser Stelle nicht. Allerdings gab es die Universität vor der Shopping Mall.

Sinnesüberreizung in Hong Kong
Seit Samstag lebe ich nun endlich in meiner neuen WG im Viertel Yau Ma Tei, welches ziemlich zentral in Hong Kong liegt. 

Typisch für diese Gegend sind die vielen Leuchtreklamen. Manche Straßen sind durch die bunten und vielen Reklamen so stark erleuchtet, dass es manchmal Abends heller als tagsüber ist. In unmittelbarer Nähe meiner Wohnung bekomme ich eigentlich alles, was man braucht und auch zur U-Bahn sind es maximal drei Gehminuten. Nachdem ich die ersten zwei Nächte etwas unbequem auf dem Boden verbracht habe, wurden schließlich am Dienstag die Möbel geliefert und aufgebaut, sodass ich mich nun auch wirklich angekommen fühle.

Montag, 5. September 2011

The dog in Kuala Lumpur


Am Samstag ging es fuer einen Kurztrip in die Haupstadt Malaysias, Kuala Lumpur (KL). Bereits im Vorfeld erfuhr ich, dass KL nicht wirklich viel zu bieten hat. Ausser den beruehmten Petronas Twin Towers und den sogenannten Batu Caves gibt es nicht wirklich viel zu sehen. Deshalb entschieden wir uns fuer einen Hinflug am Samstag morgen und einen Rueckflug am Samstag Abend. Vom Flughafen in KL ging es dann direkt zu den Petronas Towers, sodass wir dort gegen 9Uhr morgens ankamen. Die zwei Tuerme waren bis zum Jahr 2004 mit 452m Hoehe, das hoechste Gebaeude der Welt. Allerdings gibt es einige Hochhaeuser, die bereits hoeher sind. Trotzdem waren die Tuerme von ihrer Architektur her beeinduckend.

Vor Ort merkten wir, dass man sich fuer die Aussichtsplattform, wohl schon um 6Uhr anstellen muesse und man mittlerweile ueber 1,5 Stunden haette warten muessen, um ueberhaupt erst mal ein Ticket zu bekommen. Das lag vor allem daran, dass lediglich ein Schalter vom Ticket Office geoeffnet war. Bei niedrigen Arbeitskosten in Malaysia und an einem Samstag, wo durchaus Touristen unterwegs sind, war dies doch sehr verwunderlich, aber mal wieder typisch fuer einige Laender Asiens. Lieber Leute beschaeftigen, die teilweise einfach nur rumstehen und Tueren aufhalten, anstatt einen Kassierer einzustellen, der fuer mehr Einnahmen und Zufriedenheit bei Touristen sorgt.

Da die Skyline von KL auch nicht wirklich beeindruckend ist, entschieden wir uns gegen die Warterei und fruehstueckten in der Mall der zwei Tuerme.

Danach ging es zu den Batu Caves. Dort angekommen empfing uns eine 43m hohe Statur des Hindu Gottes Murugan. Danach ging es 272 steile Treppenstufen hinauf zu den Kalksteinhoehlen. Auf dem Weg trifft man auf zahlreiche Makaken, die sich gerne von den Besuchern fuettern lassen oder einfach selbst bedienen. Die groesste Hoehle ist eine 100m hohe Tempelhoehle, in der viele Schreine errichtet wurden. Allerdings wurde diese Hoehle bereits zu stark von ihrer urspruenglichen Form mit Betonfussboden zahlreichen Gelaendern und riesigen Scheinwerfern entstellt.

Allerdings gab es noch die „Dunkle Höhle“, ein über zwei Kilometer ausgedehntes, relativ unberührtes Höhlensystem. Die Hoehle ist eine der aeltesten der Welt und hat eine einzigartige Fauna zu bieten. Mit Taschenlampen und einem Guide ging es dann in das schwarze Loch, in dem man bereits das Gequietsche der Fledermaeuse hoerte. An manchen Stellen entlang des Weges, gab es so viele Insekten auf dem Boden, dass es schien, als bewege sich der ganze Boden. Neben anderen beeindruckenden Insketen und Schlangen gibt es nur in dieser Hoehle die sogenannte Gliederspinne, die vor dem Aussterben bedroht ist.

Der lispelnde Guide sprach waehrend der Fuerhung immer wieder von einem Hund „Dog“, der anscheinend auch in der Hoehle lebt und beispielsweise tote Fledermaeuse frisst. Wo immer es moeglich war nannte er den geheimnisvollen „Dog“ nach einer Spannungspause: „Here you see a skeletton of a bat. Maybe it was sick and fell down. And then it was eaten by..........THE DOG“. Nachdem er dann noch “The snake” in die Fuehrung mit einbaute, reimten wir uns natuerlich die lustigsten Geschichten zusammen. Am Ende der Fuehrung hatten wir dann auch noch das Glueck „the Dog“ zu sehen. Alle Mitglieder der Fuehrung ruften dann auf einmal „ohhh the dooog“ und leuchteten den armen haesslichen Koeter an, der nachdem er die Aufmerksamkeit kurz genoss, sich weiter seine Suche nach toten Fledermaeusen machte.

Dann hatten wir auch schon die Hauptsehenswuerdigkeiten von KL abgeharkt. Nachdem uns ein Taxifahrer zunaechst in irgend eine Fabrik von Zinnbechern fuhr, wo wir die Produktion erklaert bekamen und natuerlich anschliessen etwas kaufen sollten, kamen wir am eigentlichen Ziel Chinatown an. Nach etwas herumschlendern hatten wir dann bereits um 14Uhr alles wichtige von KL gesehen und vertrieben uns den Rest vom Tag mit einem Friseurbesuch, Eis essen und ueberteurtem Bier. Am Ende kann man wirklich nur sagen „Kuala Lumpur, been there, done that“. Bilder gibt es hier.

Sonntag, 17. Juli 2011

Im höchsten Outdoor Pool der Welt mit Feuerwerk

An den Wochenenden, an denen nicht Südostasien erkundet wird, muss man natürlich auch etwas die Vorzüge von Singapur genießen. Shivani, eine Praktikantin bei Siemens, hatte in der Lotterie eine Suite in dem Luxushotel Marina Bay Sands gewonnen. Da sie passend dazu auch in dem selben Monat Geburtstag hatte, lud sie einige Praktikanten und Freunde in die Suite ein. Neben einem Casino, einem sehr luxuriösen und großen Shopping Center beherbergt das Hotel auch eine Skyterrace mit dem höchsten Outdoor Pool der Welt.
Die drei Türme des Hotels sind auf dem Dach miteinander verbunden. Für "normale" Touristen gibt es einen Skypark mit Restaurants und Bars von dem man Singapur von oben wunderbar genießen kann. Hotelgäste haben dann noch die Möglichkeit in dem traumhaften Infinity Pool über Singapur sich abzukühlen oder in einen der zahlreichen Whirlpools die Aussicht genießen. Der Poolbereich war also das Highlight an dem Abend, auch wenn das Wetter nicht gerade super war. Aber da es in Singapur immer heiß ist, sind Wolken zumindest ein Schutz vor Sonnenbrand.
Als wir dann im Pool die Seele baumeln ließen entdeckten wir auf einmal einige Marine Schiffe in der Marina Bay. Dazu kamen dann noch mehrere Kampfhubschrauber, die über das Wasser fegten aus denn dann Soldaten heraus sprangen. Darauf folgten dann nochmals 4 Kampfhubschrauber und zwei Transporthubschrauber, von denen einer eine wirklich riesige Singapur Flagge hinter sich herzog. Das wirkte alles wie in einem Actionfilm und völlig surreal. Wir kombinierten dann jedoch, dass das wohl eine Probe für den Nationalfeiertag im August sein könnte, was dann auch so war. Als es dann schließlich dunkel wurde, kam die nächste Überraschung. Denn dann wurde das grandiose Feuerwerk für den Nationalfeiertag geprobt, was wirklich eines der besten war, die ich bis dahin gesehen habe. Das lag sicher auch daran, dass ich in einem warmen Whirlpool über der Stadt lag. Man kann es also auch durchaus am Wochenende in Singapur aushalten.
Am Samstag habe ich dann mal den schönen Botanischen Garten in Singapur besucht, in dem man sich teilweise wirklich wie im Regenwald fühlt. Man glaubt nicht, dass man nur 10 Minuten von der Haupteinkaufsstraße Orchard Road entfernt ist.
Am Sonntag ging es dann mal wieder nach Sentosa, wo eine Freundin Geburtstag gefeiert hat. Wir hatten eine schöne Couchecke im Tanjong Beach Club mit hellblauem Himmel, Strand und klarem und zur Abwechslung mal kühlen Pool.
Die Wochenenden in Singapur können also auch recht schön sein. Hier gibt es Bilder.

Donnerstag, 14. Juli 2011

The Beach - auf den Spuren von Leonardo di Caprio

Viel Zeit ist vergangen seit ich das letzte Mal etwas von mir in meinem Blog hören lies. Das Wochenende in HongKong war sehr schön. Mit drei anderen Praktikanten habe ich die Sehenswürdigkeiten tagsüber und Abends die Bars und Clubs unsicher gemacht. Details zu HongKong und Bilder gibt es genug von früheren Einträgen. Ich hab jedoch festgestellt, dass HongKong definitiv mehr Charme als das teilweise künstlich wirkende Singapur hat. Allerdings denke ich, dass die Lebensqualität in Singapur höher ist.

Nach Hong Kong ging es nach einer zweitägigen Arbeitswoche nach Cambodia. Dazu folgt demnächst ein Eintrag und ein Video. Das Wochenende darauf, also das letzte hieß es mal wieder ab ins Paradies auf die Insel Koh Phi Phi in Thailand, wo unter anderem auch der Film "The Beach" gedreht wurde. Direkt nach der Arbeit ging der Flieger mit etwas Verspätung und 4 Praktikanten (Shivani, Mirko, Bettina und mir) gen Phuket, wo wir dann nach Ankunft gemütlich zu Abend aßen und die sehr sehr touristische Stadt mit unzähligen Bars und Clubs beäugten. Man kann es durchaus mit einem etwas besseren Mallorca vergleichen. Deswegen machten wir uns auch früh am nächsten Morgen mit der Fähre auf nach Koh Phi Phi. Nach 2 Stunden fahrt kamen wir endlich auf der Insel an. Offiziell ist in Thailand gerade Regenzeit und wenig Tourismus. Weder vom einen noch vom anderen haben wir etwas gemerkt. Relativ viele Touristen, Hotels und Hostels waren auf der Insel.
Nach kurzem Einchecken ging es dann endlich an den Strand. Das Wasser war heißer als in einer Badewanne sodass eine Abkühlung am Hauptstrand von Koh Phi Phi nicht wirklich möglich war. Mirko und ich beschlossen deshalb uns ein Kanu zu mieten und paddelten auf dem türkisfarbenen Wasser mit traumhafter Landschaft zum Monkey Beach. Wie der Name schon sagt, gab es dort neben uns zwei noch andere Affen. Der weiße feine Strand mit kristallklarem Wasser war völlig leer. Bevor wir jedoch komplett zu roten Krabben wurden, beschlossen wir zu den faul am Hauptstrand liegenden Fräuleins zurück zu rudern und dann zum Viewpoint von Koh Phi Phi wandern. Dort oben hat man einen super Ausblick über Koh Phi Phi und dem etwas entfernten Maya Beach ("The Beach). Wir aßen dann noch unter traumhafter Kulisse mit Sonnenuntergang zu Abend bevor wir das Nachtleben auf der Insel genauestens unter die Lupe nahmen.
Am nächsten Morgen hieß es dann für den ein oder anderen sich mit einer kleinen Katze im Kopf aufzuraffen, schließlich wollten wir zum Maya Beach. Wir hatten anfangs etwas Schwierigkeiten ein Boot mit Fahrer für uns zu finden. Schließlich fand sich dann noch ein Thai der uns zu der berühmten Insel fuhr. Jedoch merkten wir unmittelbar, warum sich Anfangs niemanden finden ließ. Die Wellen waren relativ hoch für das kleine Boot und besonders Shivani und Bettina schienen schon ihren Tod vor Augen zu haben. Klatschnass und nun auch völlig wach, erreichten wir die ersten versteckten Buchten rund um die Insel Pei Pei Lei, wo wir auch gleich eine Runde schwammen und schnorchelten. Trotz den vielen toten Korallen, war die Unterwasserwelt immer noch beeindruckend. Schließlich ging es nun zum Highlight, der Maya Beach. Da die Wellen rund um die Insel stärker wurden, mussten wir in eine andere Bucht fahren. Wir schwammen schließlich zu einer in den Fels gebauten Leiter, und oben angekommen erreichten wir nach einem kurzen Marsch schließlich "The Beach", der zwar mit Touris überhäuft aber immer noch beeindruckend war. Man müsste einfach Schauspieler sein, den Strand für sich alleine haben, ein bisschen Text auswendig lernen und Millionen dafür bekommen....Worte über Worte sagen nicht so viel wie Bilder (hier klicken) oder ein Video.
Abschließend muss ich sagen, dass Koh Phi Phi und die umliegenden Inseln traumhaft schön sind. Vor 15 Jahren mag dort das Paradies gewesen sein. Mir persönlich ist es dort schon zu touristisch und zu überlaufen - an das Robinson Crusoe Feeling von Rawa war dort kaum zu denken.

Freitag, 17. Juni 2011

King Luis auf Borneo

Ende Mai ging es für ein Wochenende mit Bettina und Mirko per Flieger nach Borneo (Malaysia), genauer gesagt nach Kuching, die Hauptstadt des Staates Sarawak und frühere Hauptstadt der weißen Rajas von Borneo (Bilder hier klicken). Kuching bedeutet übersetzt Katze. Man findet auch an zahlreichen Ecken Katzenstatuen.
Wirklich viele Sehenswürdigkeiten hat Kuching nicht zu bieten. Außer einigen wenigen schönen Kolonialgebäuden gibt es in der Stadt recht wenig zu besichtigen. Besonders das Rathaus im weißen Kolonialstil beherbergt ein gutes westliches Restaurant in tollem Ambiente, in dem wir auch meistens gegessen haben. Dort gab es wirklich sehr leckere Spaghetti Carbonara, was durchaus eine Abwechslung zu dem Essen in Singapur war. Die Stadt am Südchinesischen Meer bietet in der Umgebung mehr Attraktionen an. Deshalb machten wir auch einen Tagesausflug
in das Orang Utan Wildlife Sanctuary, wo Orang Utans noch in ihrer natürlichen Umgebung in freier Wildbahn im Regenwald leben. Orang Utans kommen außer auf Borneo nur noch auf Sumatra vor.
Im Regenwald angekommen, wurde dann erstmal der zuvor im Auto getrunkene halbe Liter Wasser sofort wieder ausgeschwitzt. Im Dschungel war es wirklich unmöglich heiß und schwül und man kann sich nur wundern, wie sich Orang Utans mit ihrem dicken roten Fell dort so wohl fühlen können. Auf einem Pfad sind wir zu einer Fütterungsplattform mitten im Regenwald durch die Hitze gewandert. Dort saßen schon King Luis und seine Affenbande und haben es sich mit Bananen und anderen Früchten gut gehen lassen. Die meisten der Affen "chillten" oder kappelten sich. Es gab jedoch, Gott sei Dank, auch Außnahmen, die ein paar schöne Klettereinlagen lieferten.
Die restliche Zeit in Kuching nutzen wir mit einem Stadtbummel und genossen die tropische Sonne und die Spaghetti Carbonara in Kuching.

Morgen geht es bis Montag Abend nach in den "duftenden Hafen" Hong Kong, wo ich bereits 2009 ein Semester studiert habe. Bilder von Hong Kong gibt es hier. Und am kommenden Donnerstag heißt es dann ab auf die Spuren von Indiana Jones und Lara Croft zu uralten Tempeln in den Dschungel von Kambdoscha.